1.440 Lehrerjobs waren in Baden-Württemberg jahrelang unbesetzt und keiner hat es gemerkt. Das sorgte Mitte Juli deutschlandweit für Schlagzeilen. Der Grund war laut Kultus- und Finanzministerium eine Computerpanne. Der Schock war groß, auch bei der zuständigen Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne). Im SWR-Interview betonte sie: "Jetzt gehen wir mit Volldampf ran." Vor allem die Grundschulen und Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) sollten von den freien Stellen profitieren. Da dort ein größerer Lehrermangel herrscht, sollten allein die SBBZ 485 der unbesetzten Stellen bekommen. Jetzt gab das Ministerium bekannt: Im Bereich SBBZ wird es aller Voraussicht nach nicht möglich sein, alle Stellen mit ausgebildeten Lehrkräften zu besetzen.
Nach IT-Fehler Wie die unbesetzten Lehrerstellen in BW jetzt verteilt werden sollen
1.440 Lehrerstellen waren wegen einer Software-Panne jahrelang nicht besetzt. BW-Kultusministerin Schopper hat nun gesagt, welche Schulen die Stellen bekommen sollen.
Bei den SBBZ setzt das Ministerium zusätzlich auf Quereinsteiger
Deshalb setzt das Kultusministerium im Bereich Sonderpädagogik auch auf Quereinsteiger. Auch ohne abgeschlossenes Lehramtsstudium könne man so in den Schuldienst einsteigen - etwa mit einem Bachelor- oder Masterabschluss in Pädagogik oder zum Beispiel auch als Erzieher oder Ergotherapeutin, heißt es vom Ministerium. Zudem gebe es auch die Möglichkeit unter anderem Pensionärinnen oder Pensionäre sowie Lehramtsstudierende an den SBBZ befristet einzustellen.
GEW macht wegen Mangel an Lehrern Druck
Konkrete Zahlen zu den zusätzlichen Lehrerstellen und der Verteilung an den Schulen will das Ministerium zum Schuljahresstart Mitte September vorlegen. Der Prozess laufe noch. Die zuständigen Regierungspräsidien hätten ihre Stellenkontigente bekommen und auch Stellen ausgeschrieben. Einige Stellen würden aber auch zum Beispiel für Vertragsverlängerungen oder Rückkehr aus der Elternzeit genutzt.
Nach der Datenpanne Mitte Juli hatte die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) gefordert, dass die 1.440 unbesetzten Stellen für Lehrkräfte bis zum ersten Schultag am 15. September 2025 besetzt werden. "Aus diesem Skandal muss sofort das Beste gemacht werden", betonte damals die Landesvorsitzende Monika Stein. Sie erwarte, dass zum neuen Schuljahr in jedem Klassenzimmer im Land genügend Lehrkräfte stehen würden.
Stellen werden voraussichtlich nicht alle bis zum Schulstart besetzt sein
Das wird aber vermutlich zum Schulstart nicht der Fall sein. "Aufgrund der Vielzahl an Stellen und dem aktuell bereits weit fortgeschrittenen Einstellungsprozess gehen wir nicht davon aus, dass wir alle Stellen zum Schuljahresbeginn besetzen können", heißt es vom Kultusministerium. Daher sei der Einstellungszeitraum auch vom 30. September bis auf den 31. Oktober ausgeweitet worden.