In Baden-Württemberg waren über Jahre hinweg 1.440 Lehrerstellen zwar offiziell ausgewiesen, standen den Schulen tatsächlich aber nicht zur Verfügung. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sprach am Dienstag von einer massiven Erschütterung des Vertrauens in den Staat. Es sei ein Fehler passiert, der höchst gravierend sei - vor allem für Schüler, Eltern, Lehrer und auch solche, die es werden wollten. Für diese tue ihm das sehr leid.
Es bestehe nun aber die Chance, die Stellen für das kommende Schuljahr zu besetzen, sagte Kretschmann. Er habe Bildungsministerin Theresa Schopper (Grüne) gesagt, dass die Besetzung zum kommenden Schuljahr allererste Priorität habe. Die Stellen müssten nach dem dringendsten Bedarf vergeben werden, sagte der Regierungschef.
Gewerkschaft fordert Klarheit für Schulen
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte am Dienstag, dass die 4.500 Schulen in Baden-Württemberg schnell Klarheit über die Unterrichtsversorgung am 15. September bekommen - denn dann beginnt für die 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler im Land das neue Schuljahr. "Aus diesem Skandal muss sofort das Beste gemacht werden und die gute Nachricht für die Schulen muss schnell spürbar werden", sagte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein.
Sie erwarte, dass am 15. September in jedem Klassenzimmer genug Lehrkräfte stehen. Dabei sollen nach dem Willen der GEW die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, die Grundschulen und die ständige Vertretungsreserve vorrangig versorgt werden. Außerdem forderte die Bildungsgewerkschaft bei allen Entscheidungen die Beteiligung der Personalvertretungen.
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Die Landesregierung hatte vergangene Woche einräumen müssen, dass wegen einer schweren IT-Panne 1.440 Lehrerstellen im Südwesten versehentlich nicht besetzt worden seien. Grund ist ein Softwarefehler, der bis auf das Jahr 2005 zurückgeht, wie das Kultusministerium und das Finanzministerium mitgeteilt hatten. Dieser Fehler sei über all die Jahre unbemerkt geblieben.
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Wie das passieren konnte, müsse aufgearbeitet werden, sagte Kretschmann. Bislang könne man über den Fehler nur mutmaßen. Für die Zukunft müsse man schauen, wie man das Personalverwaltungssystem aufsetzen müsse, dass die Personalverwaltung funktioniert. Dabei werde sicher auch Künstliche Intelligenz helfen.