Ein neues Jahr - 365 neue Tage und damit 8.760 Stunden, um etwas an sich selbst zu verändern. Viele starten mit großen Plänen und guten Vorsätzen ins neue Jahr: Mehr Sport machen, abnehmen und sich gesünder ernähren - weniger Schokolade zum Beispiel. Andere wollen aufhören zu rauchen oder einfach nur gesund bleiben.
Mehr sparen und gesunde Ernährung
Laut einer nicht-repräsentativen Umfrage der Online-Plattform Statista haben sich 52 Prozent der Befragten für das Jahr 2026 vorgenommen, mehr zu sparen. Die Hälfte will sich gesünder ernähren. Auf den Plätzen drei und vier im Ranking der häufigsten guten Vorsätze folgen: mehr Sport treiben (48 Prozent) und abnehmen (37 Prozent). Weitere beliebte Ziele sind: mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen, nachhaltiger leben, weniger Alkohol trinken und seltener soziale Medien nutzen.
Doch einfach ist es meistens nicht, die ganzen Vorsätze auch einzuhalten. Viele davon werden oft schon nach einigen Tagen oder Wochen über den Haufen geworfen. Weil man sich zu viel vorgenommen hat, nicht weiß, wie man alles umsetzen soll oder der Alltag dazwischen kommt.
Psychologe rät: Neujahrsvorsätze positiv formulieren
Psychologe Jan Hummel von der Universität Heidelberg weiß ein paar Tricks, wie es klappen kann: Ziele realistisch planen, Routinen etablieren und Unterstützung nutzen, damit Veränderungen nicht nur kurz, sondern nachhaltig gelingen.
"Man sollte die Dinge immer positiv formulieren", sagt der Psychologe. Das mache es leichter, die Vorsätze umzusetzen. Damit habe man gleich eine konkrete Vorstellung davon, was genau man anders machen möchte. Also laut Hummel: anstatt weniger Schokolade lieber mehr Obst essen.
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Vorsätze für 2026: Konkrete Ziele fürs neue Jahr
Ein Vorsatz sollte zudem am besten so konkret wie möglich, aber auch mit etwas Freiraum formuliert werden, meint Hummel: "Anstatt sich vorzunehmen, mehr Sport zu machen, wäre es gut, direkt ein Ziel zu formulieren. Zum Beispiel: 'Ich möchte zweimal in der Woche ins Fitnessstudio gehen. Das sollte mir in 80 Prozent aller Wochen im kommenden Jahr auch gelingen.'" Damit habe man sich selbst auch die Möglichkeit eingeräumt, von Zeit zu Zeit den eigenen Ansprüchen mal nicht gerecht zu werden, so Hummel. Das sei eine gute Strategie, sagt er.
So nimmt man sich laut dem Psychologen selbst etwas Druck und das ungute Gefühl zu scheitern. Erzählt man dazu auch noch anderen Menschen, was man sich vorgenommen hat, empfinde man das meist als stärker bindend - und setze die Vorsätze auch eher um. "Integriert man sie dann zeitnah in den Alltag, sodass sie zur Routine werden, ist es noch einfacher, sich daran zu halten."
SWR1-Hörer: "Jeden Monat einen Klimmzug mehr schaffen"
Mit diesen Tipps war auch SWR1-Hörer Manfred aus Echterdingen (Kreis Esslingen) 2025 schon erfolgreich. Im Gespräch mit dem SWR erzählt er von zahlreichen erfolglosen Versuchen, sein Gewicht zu reduzieren und seine Fitness zu verbessern. Er habe sich deshalb Hilfe von einem Personal Trainer geholt.
"Ich habe diese Woche meinen ersten Klimmzug ohne Unterstützung geschafft - der erste seit Jahrzehnten", sagt er im SWR-Interview. Und auch für 2026 hat sich der Echterdinger neue Ziele gesetzt: "Ich möchte jeden Monat 500 Meter weiter laufen, 500 Gramm abnehmen und ich möchte jeden Monat einen Klimmzug mehr schaffen."
Neujahrsvorsätze auch mal im Nachhinein anpassen
Sollte man trotz allem merken, dass die Vorsätze nicht zu einem passen oder man daran scheitert, sei es immer okay, die einmal gefassten Ziele im Nachhinein anzupassen, sagt Psychologe Hummel. "Und zwar so, dass es realistisch ist, dass man sie auch umsetzen kann." Ansonsten hinterlasse es sicher ein ungutes Gefühl, wenn man regelmäßig an seinen Vorsätzen scheitert. Da könne es dann angemessen sein, sich einfach mal nichts vorzunehmen.
Bei all den Tipps und Anwendungsmöglichkeiten sollte man nur das machen, was einen selbst motiviert und nicht das, was andere sagen, rät der Psychologe. Die eigenen Bedürfnisse zählen und man sollte sich selbst treu bleiben - auch im neuen Jahr.