Parken wird teurer in BW. Heilbronn etwa hat seine Gebühren erst kürzlich stark erhöht: Anwohner zahlen nun viermal mehr als bisher, Kurzparker das Doppelte. Aber auch in anderen Städten sind die Preise seit Ende 2025 gestiegen - oder steigen noch in diesem Jahr. Um welche Städte geht es?
Bewohnerparken in Karlsruhe und Ulm besonders teuer
Besonders teuer ist das Parken für Anwohner in Karlsruhe und Ulm. Seit Ende März ist Karlsruhe mit 360 Euro pro Auto und Jahr Spitzenreiter. Ulm hat die Gebühren Anfang des Jahres von 200 Euro auf 300 Euro jährlich erhöht - und verlangt damit ebenfalls vergleichsweise viel.
Mit am günstigsten ist das Bewohnerparken derzeit in Pforzheim und Stuttgart mit je 30,70 Euro pro Auto und Jahr. Zum 1. Juli 2026 erhöht die Stadt Stuttgart laut einer Mitteilung den Preis für das Anwohnerparken jedoch auf 55 Euro pro Jahr.
Öffentliche Parkplätze: Stuttgarter Innenstadt wird Spitzenreiter
Auch beim öffentlichen Parken gehört Karlsruhe zu den teuersten Städten in Baden-Württemberg. Sechs Euro pro Stunde zahlt man im Stadtkern. Die Stuttgarter City liegt mit 5,50 Euro pro Stunde noch knapp dahinter. Am 1. Oktober wird die Innenstadt mit 6,40 Euro je Stunde aber voraussichtlich zum landesweiten Spitzenreiter.
Besonders günstig parken Autofahrer derzeit in Pforzheim und Ulm. Eine Stunde in der Innenstadt kosten dort zwei Euro beziehungsweise 2,50 Euro. Anfang Juli erhöht Ulm die Gebühren jedoch auf drei Euro, wodurch die Stadt gemeinsam mit Heilbronn, Esslingen und Ludwigsburg im unteren Mittelfeld liegt.
Erhöhungen in Karlsruhe, Freiburg und Ulm
Die Stadt Heilbronn ist also nicht die einzige, die die Gebühren fürs Parken vor Kurzem angepasst hat. Auch in Karlsruhe, Freiburg und Ulm sind die Preise Anfang des Jahres angehoben worden.
In Stuttgart sollen ab dem 1. Oktober auch öffentliche Parkgaragen, Wohnparkgaragen und Park-and-Ride-Anlagen teurer werden - um rund 13 bis 18 Prozent. In Heidelberg arbeitet man nach eigenen Angaben an der Umsetzung der bereits beschlossenen Gebührenerhöhung für das Bewohnerparken.
Erhöhungen unterschiedlich begründet
Grundsätzlich dürfen die Kommunen selbst entscheiden, wie viel Geld sie fürs Parken verlangen. Bis 2020 lag die Obergrenze fürs Bewohnerparken bundesweit pro Jahr und Auto bei 30,70 Euro. Seit 2021 dürfen die Kommunen in Baden-Württemberg diese Gebühren ebenfalls selbst festlegen.
Entsprechende Erhöhungen begründen die Städte unterschiedlich. "Die Parkgebühren werden schon seit vielen Jahren regelmäßig angepasst, meist alle drei Jahre", heißt es etwa aus Stuttgart. Bei den Erhöhungen orientiere man sich an den Fahrpreisen im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV), die beim zuständigen Verkehrsverbund vvs seit 2024 um rund 20 Prozent gestiegen seien.
Die Stadt Ulm gibt an, man wolle "den Parksuchverkehr in der Innenstadt reduzieren und damit einen Beitrag zu einer klimafreundlicheren Mobilität leisten."
Parkgebühren bleiben heikles Thema
Insgesamt bleiben die Parkgebühren ein heikles Thema. Im Karlsruher Gemeinderat ist es nach SWR-Informationen wegen Unstimmigkeiten etwa zu einem heftigen Streit gekommen, der den Doppelhaushalt 2026/2027 beinahe zum Scheitern gebracht hätte. Am Ende entschied sich der Gemeinderat für eine Verdopplung der Gebühren für das Bewohnerparken und eine Erhöhung der öffentlichen Parkgebühren um 50 statt 100 Prozent.
In Pforzheim strebt man ebenfalls eine Erhöhung an, um die gestiegenen Kosten abzudecken. "Zuletzt konnte hierfür jedoch keine politische Mehrheit gefunden werden", heißt es von der Stadt.
Parkhäuser teils günstiger
Wer beim Parken trotzdem auf den Preis achten möchte, für den könnte es sich lohnen, das Auto in einem Außenbezirk abzustellen und mit dem ÖPNV in die Stadt zu fahren. Je nach Stadt und Gebührenzone sind Einsparungen von mehr als einem Euro pro Stunde möglich. Mannheim empfiehlt, statt am Straßenrand in den Parkhäusern zu parken. In der Stadt sei das prinzipiell die günstigere Alternative.