Bei Verkehrskontrollen zum "Car-Freitag" gab es in Baden-Württemberg zahlreiche Verstöße. Laut BW-Innenministerium wurden 1.844 Autos kontrolliert. Dabei seien 78 Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen worden.
Seit vielen Jahren machen Autotuner und -poser aus dem stillen, christlichen Karfreitag den "Car-Freitag" oder "Car-Friday" - in Anlehnung an das englische "Car" für Auto. Ihre Mitglieder posen mit aufgemotzten Autos, lassen die Motoren heulen und die Reifen quietschen. Die Polizei verstärkte an vielen Orten ihre Kontrollen: Bereits zum fünften Mal beteiligte sich das Land Baden-Württemberg laut Innenministerium am Karfreitag an einer bundesweiten Kontrollaktion.
Stuttgart: Mehr als die Hälfte der Fahrzeuge beanstandet
Die Stuttgarter Polizei stellte am Freitag bei Kontrollen sechs Fahrzeuge sicher und schleppte sie ab. Von 96 kontrollierten Fahrzeugen wurden 53 beanstandet, wie die Beamten am Freitagabend mitteilten. Die Mängel reichten demnach von nicht eingetragenen Rad-Reifen-Kombinationen über unerlaubte Veränderungen an der Abgasanlage bis hin zu illegalen Leistungssteigerungen. Bei acht Fahrzeugen sei die Betriebserlaubnis wegen schwerwiegender technischer Manipulationen sofort erloschen.
"Unser Ziel ist nicht die Schikane von Autoliebhabern, sondern die konsequente Bekämpfung von Gefahren im Straßenverkehr", sagte Einsatzleiter Dimitrios Bastounis laut Mitteilung.
Polizeipräsidium Mannheim stellt fünf Fahrzeuge sicher
In Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis fanden Freitagabend bis Samstagmorgen Kontrollen statt, teilte die Polizei mit. Dabei seien 95 Fahrzeuge und 144 Personen kontrolliert und dabei insgesamt 92 Verstöße festgestellt und geahndet worden. Fünfmal sei die Weiterfahrt untersagt worden, außerdem seien fünf Fahrzeuge wegen gravierender Mängel sichergestellt worden.
Kontrollen im Raum Baden-Baden: Zehn Autos werden stillgelegt
Im Raum Baden-Baden wurden 83 Fahrzeuge kontrolliert; 25 davon waren nicht vorschriftsmäßig in Betrieb genommen. Die Polizei untersagte zehn Fahrzeugen die Weiterfahrt. Zudem waren vier Verkehrsteilnehmer unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen mit ihren Fahrzeugen unterwegs.
Heilbronn-Franken: Manche Autos unerlaubt umgebaut
Laut Polizeipräsidium Heilbronn haben Beamte 66 Fahrzeuge überprüft. Dabei wurden sieben Straftaten und 26 Ordnungswidrigkeiten festgestellt. In Wertheim (Main-Tauber-Kreis) wurde die Polizei auf ein Auto aufmerksam, bei dem unter anderem der Dieselpartikelfilter entfernt wurde. Die Beamten vermuten, dass die Leistung des Autos dadurch illegal gesteigert wurde. Deshalb wurde das Fahrzeug sichergestellt.
In Tauberbischofsheim (Main-Tauber-Kreis) zeigte ein Fahrer den Beamten eine vermutlich selbst erstellte Betriebserlaubnis für einen zusätzlich angebrachten Heckspoiler. Er wird jetzt wegen Urkundenfälschung angezeigt.
Stadt Singen verbietet Ansammlung von Fahrzeugen
In Singen (Kreis Konstanz) sind über Ostern Ansammlungen von mehr als fünf Autos im Stadtgebiet verboten. Wer gegen die Anordnung der Stadt verstößt, muss mit einer Strafe von 150 Euro rechnen. Fahrzeuge könnten abgeschleppt und beschlagnahmt werden, teilte die Stadt mit.
Das Polizeipräsidium Konstanz zählte in seinem Bereich insgesamt 50 Verstöße, meistens technische Veränderungen an den Autos. Zwölf Fahrern ist die Weiterfahrt untersagt worden, sagte ein Polizeisprecher gegenüber dem SWR.
Illegales Straßenrennen: Autofahrer flieht über A8
Laut Polizeipräsidium Reutlingen wurden am Freitag 137 Fahrzeuge und 263 Personen einer Kontrolle unterzogen. Drei Fahrzeuge wurden dabei stillgelegt. Außerdem beobachteten die Beamten ein illegales Straßenrennen auf der B313. Laut Polizei erreichten die Beteiligten dabei Geschwindigkeiten von über 200 Kilometern pro Stunde. Erlaubt sind dort 120 Kilometer pro Stunde. Ein Autofahrer konnte gestoppt werden, der zweite Beteiligte floh über die A8.
Den Angaben eines Polizeisprechers aus dem Kreis Biberach zufolge wurden dort etwa 60 Fahrzeugkontrollen durchgeführt. Vier Autos und zwei Motorrädern wurden wegen technischer Veränderungen die Weiterfahrt untersagt.