650 Tempoverstöße, volle Straßen

"Carfriday" am Nürburgring lockt tausende Auto-Fans

Es war der Saisonauftakt für die Tuning-Szene: Tausende Auto-Fans kamen mit ihren aufgemotzten Wagen zum "Carfriday" am Nürburgring. Die Polizei schaute genau hin.

Teilen

Stand

Vorläufige Bilanz des Polizeipräsidiums in Trier am Karsamstag: Mehr als 650 Tempoverstöße, fünf Fahrverbote wurden verhängt. Zudem seien drei Fahrzeuge beschlagnahmt worden. Zahlen für ganz Rheinland-Pfalz gibt es noch nicht.

Bei den Kontrollen erfassten die Beamten auch mehrere Fälle von Urkundenfälschung, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz. Der Großteil der Fahrer habe sich aber regelkonform verhalten, lobte die Polizei.

Volle Straßen rund um den Ring

Am Karfreitag, dem inoffiziellen Saisonstart der Tuning-Szene, waren die Staraßen rund um die Rennstrecke voll. Die Verkehrssituation um den Nürburgring sei am Karfreitag teilweise angespannt gewesen, heißt es von der Polizei Koblenz. Zeitweise ging es nur im Schritttempo weiter. Die Polizei postete den ganzen Tag über immer wieder Hinweise auf den Verkehr in ihrem WhatsApp-Kanal. Die Bundesstraßen B258 und B412 waren oft voll - vor allem bei der Abreise der Auto-Fans. Aber das sei so zu erwarten gewesen, heißt es.

Weder die Polizei noch Alexander Gerhard, der Sprecher des Nürburgrings, können genau beziffern, ob 2026 mehr oder weniger Menschen als in anderen Jahren zum "Carfriday" an den Nürburgring gekommen sind. Es sei aber insgesamt ein sehr friedlicher Tag gewesen, sagte der Nürburgring-Sprecher.

Unfall ohne Verletzte am "Carfriday"

Am Freitagmorgen hatte es einen Zwischenfall auf der Nordschleife des Nürburgrings gegeben. Laut Polizeiangaben gab es mit einen Wagen einen Unfall auf der geöffneten Strecke. Sie wurde deshalb zeitweise gesperrt. Verletzt wurde niemand.

Viele Verstöße

Rund um das Gelände kontrollierte die Polizei verstärkt. Vielen Autos wurde die Weiterfahrt untersagt, und zwar wegen illegaler Umbauten.

2026 wieder mehr Kontrollen am Nürburgring

Die Polizei hatte im Vorfeld verstärkte Kontrollen angekündigt. Sie reagierte damit auf den Trend, den christlichen Feiertag als "Carfriday" zum inoffiziellen Saisonauftakt von Auto-Enthusiasten umzudeuten. Die Treffen der "Autoschrauber-Szene" führten immer wieder zu Problemen, begründete das Landeskriminalamt (LKA) in Mainz die erhöhte Präsenz der Sicherheitsbehörden.

Immer wieder illegale Rennen und viel Lärm

Der Fokus lag wie in den Vorjahren auf illegalen Autorennen am Nürburgring, auf überhöhter Geschwindigkeit und unnötigem Lärm. Sowohl bei geplanten, als auch bei spontanen Rennen handele es sich um Straftaten, so das LKA.

Nürburg

Arbeitskreis plant härtere Maßnahmen Das soll gegen Lärm und illegale Rennen am Nürburgring helfen

Anwohner am Nürburgring ärgern sich über Autoposer und Raser. Deshalb setzen Politik und Behörden jetzt auf mehr Polizeipräsenz und Schikanen auf den Straßen rund um die Rennstrecke.

SWR4 RP am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

Fahrten auf dem Nürburgring am Karfreitag möglich

In Rheinland-Pfalz hat sich in den vergangenen Jahren die Region um den Nürburgring als Treffpunkt von Autoliebhabern und Autoposern etabliert. Am Karfreitag erinnern Christen in aller Welt an die Kreuzigung Jesu. Er gilt laut Gesetz zu den sogenannten stillen Feiertagen, an denen zahlreiche öffentliche Aktivitäten verboten sind.

Spezielle Veranstaltungen finden am Karfreitag zwar nicht am Nürburgring statt. Trotzdem ist die Rennstrecke auch am Karfreitag gegen Gebühr befahrbar.

"Respekt für die Region" fordern Bürger in Kommunen rund um den Nürburgring. Sie beklagen nächtlichen Lärmterror, unter anderem durch illegale Rennen und Autoposing auf der Bundesstraße 257.
"Respekt für die Region" fordern Bürger in Kommunen rund um den Nürburgring. Sie beklagen nächtlichen Lärmterror, unter anderem durch illegale Rennen und Autoposing auf der Bundesstraße 257.
Nürburg

Die "Grüne Hölle" ist erwacht Saisonstart am Nürburgring: Touristenfahrten am Nürburgring lockten viele Besucher

Am Wochenende hat das milde Wetter zahlreiche Motorsportfans, Ausflügler und Autofahrer an den Nürburgring in der Eifel gelockt. Die Polizei hat verstärkt kontrolliert.

Nürburg

Polizei ermittelt nach Fahrerflucht Driften am Nürburgring: Gefährlicher Trend sorgt für Unfälle

Am Nürburgring haben etliche Autofahrer die glatten Straßen für riskante Driftübungen genutzt. Drei verursachten Unfälle und konnten zunächst flüchten.

Nürburgring

Chinesische Hersteller testen am Nürburgring Warum Chinas Autobauer am Nürburgring testen - und was das verändert

Chinesische Marken wie Xiaomi und BYD testen am Nürburgring und setzen auf Bekanntheit durch Rekordzeiten. Der Betreiber sieht darin Teil einer größeren Entwicklung.

SWR4 RP am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

Nürburg

Nicht genug Besucherinnen und Besucher Ringwerk am Nürburgring wegen Umbauarbeiten geschlossen

Das Ringwerk am Nürburgring ist ab sofort geschlossen, weil dort Umbauarbeiten beginnen. In Zukunft soll das Gebäude direkt an der Rennstrecke vor allem auch als Werbeplattform für Autohäuser und andere Firmen aus der Region dienen, sagte ein Sprecher dem SWR.

Nürburg

Fahrer der Mannschaftsbusse haben geübt Fahrsicherheitstraining für Bundesliga-Busse am Nürburgring

Am Nürburgring gab es am Dienstag ein besonderes Fahrsicherheitstraining. Dort haben die Fahrer der Mannschaftsbusse der Fußball-Bundesligavereine trainiert.

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR RP

Nürburg

Chronologie der Rennstrecke in der Eifel 100 Jahre Nürburgring – Menschen, Mythos und Motoren

Die Geschichte des Nürburgrings ist voller Dramen und Triumphe im Motorsport. Seit 100 Jahren prägt die Strecke aber auch die wirtschaftliche und kulturelle Identität der Region. Eine Chronologie.

SWR4 RP am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!