Volkswagen-Chef Oliver Blume will einem Bericht zufolge seinen Spitzenposten bei der Sportwagentochter Porsche abgeben. Derzeit laufe die Suche nach einem Nachfolger für Blume bei dem Stuttgarter Autobauer. Das berichtet die "Wirtschaftswoche" am Mittwoch unter Berufung auf Insider. Dafür fänden Gespräche mit Blume, Volkswagen-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch, den Vertretern der Eigentümerfamilien, Wolfgang Porsche und Hans Michel Piëch, sowie Betriebsratsvertretern statt.
Im Herbst offizielle Bekanntagbe
Die Personalie soll laut dem Bericht im Herbst bekanntgegeben und bis Anfang 2026 umgesetzt werden. Als Nachfolger für Blume bei Porsche kämen sowohl interne als auch externe Kandidaten in Frage. Die Familien Porsche und Piëch, Blume und der Betriebsrat favorisieren dem Bericht zufolge teilweise unterschiedliche Kandidaten.
Die "Bild"-Zeitung meldet, man habe aus Konzernkreisen erfahren, dass an dem Bericht nichts dran sein: Blume soll demnach Porsche- und VW-Chef bleiben und dafür auch die Unterstützung der Eigentümerfamilie haben. Auf Anfrage des SWR wollte Porsche den Bericht nicht kommentieren.
Seit drei Jahren Doppelrolle als Chef von Porsche und VW
Blume führt Porsche seit zehn Jahren und hat zusätzlich seit 2022 den Spitzenposten bei der Konzernmutter Volkswagen inne. Diese Doppelrolle stößt bei Aktionären seit Längerem auf heftige Kritik. Die Doppelfunktion berge die Gefahr von Interessenkonflikten, hieß es zuletzt. Blume selbst hatte wiederholt erklärt, die Doppelrolle sei "nicht auf alle Zeiten ausgelegt", ein Enddatum jedoch offen gelassen.
Porsche steht unter Druck: E-Modelle und China-Geschäft schwächeln
Porsche steht derzeit massiv unter Druck. Das Unternehmen leidet unter dem Kollaps seines China-Geschäfts. Dort verleidet zum einen die hartnäckige Immobilienkrise wohlhabenden Kunden den Kauf eines neuen Sportwagens. Zum anderen ist es Porsche nicht gelungen, mit seinen elektrischen Modellen Kunden anzulocken. Das US-Geschäft ist zudem wegen der Einfuhrzölle von US-Präsident Donald Trump in Turbulenzen geraten.