Gewerkschaft: Wegbruch ganzer Geschäftsmodelle
Momentan erlebe sie überall im Land einen schleichenden Wegbruch ganzer Geschäftsmodelle, besonders in der Autoindustrie und im Maschinenbau, erklärt die baden-württembergische IG Metall Chefin Barbara Resch. Sie kritisiert, statt Jobs abzubauen oder längere Arbeitszeiten zu fordern, müssten Politik und Unternehmen gezielt Technologien fördern und in neue Produkte investieren.
Mit Blick auf den Zulieferer ZF Friedrichshafen, der aktuell Verluste macht und massiv Jobs abbauen will, sagte Resch: Ziel müsse sein, dass ZF aus eigener Kraft wieder auf Kurs komme. Sollten jedoch alle anderen Wege scheitern, könne man über mögliche Staatshilfen nachdenken - auch um Beschäftigung zu sichern.
ZF: 195 Millionen Euro Verlust im ersten Halbjahr
Der zweitgrößte deutsche Autozulieferer ZF Friedrichshafen hat seit Anfang 2024 weltweit 11.200 Vollzeitstellen abgebaut, davon 5.700 in Deutschland. Zusätzlich seien für weitere 4.700 Vollzeitstellen bereits Altersteilzeit-Verträge vereinbart worden - oder die Mitarbeiter gingen planmäßig in den Ruhestand. Vorstandschef Holger Klein schließt weiterhin betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Der Autozulieferer will bis Ende 2028 bis zu 14.000 Stellen in Deutschland reduzieren.
Daimler Truck: Sinkende Prognose - und ein Lichtblick für Beschäftigte
Der weltweit größte Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck hält am geplanten umfangreichen Jobabbau in Deutschland weiter fest. Sie gehe davon aus, dass bis 2030 etwa 5.000 Stellen in Deutschland wegfallen werden, erklärte Daimler-Truck-Chefin Karin Radström. Durch eine neuen Tarifvertrag sind betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland bis Anfang 2035 ausgeschlossen.
Mercedes-Benz: Gewinn bricht um mehr als die Hälfte ein
In der Krise setzt Mercedes-Benz auf ein Sparprogramm auch mit Jobabbau. So sollen bis 2027 jedes Jahr fünf Milliarden Euro eingespart werden. Mehr als 40.000 Beschäftigte außerhalb der Produktion haben das Angebot für eine Abfindung bekommen. Das Abfindungsprogramm läuft noch bis Ende 2026. Im Juli 2025 endete ein "Turbozeitraum" mit einem erhöhten Angebot.
Stuttgarter Autobauer in der Krise Mercedes-Benz: Was ein Software-Entwickler mit seiner Abfindung macht
Mercedes beendet ein spezielles Abfindungsprogramm. Wie viele der 40.000 angesprochenen Mitarbeiter es nutzen, sagt der Konzern nicht. Ein Experte geht von einer hohen Zahl aus.
Porsche: Deutlich weniger Gewinn - nächstes Sparpaket
Im ersten Halbjahr hat Porsche rund eine Milliarde Euro weniger Gewinn gemacht. Mit dem Betriebsrat soll nun über ein zweites Sparpaket verhandelt werden, um Porsche rentabler zu machen. Es werden wohl mehr Stellen abgebaut werden als bisher bekannt. Zu Jahresanfang hatte Porsche angekündigt, in der Region Stuttgart 1.900 Stellen bis zum Jahr 2029 abzubauen.
Umfrage: Autoindustrie will Jobs ins Ausland verlagern
Eine neue Befragung der Stuttgarter Unternehmensberatung Horváth & Partner zeigt: Autohersteller und Zulieferer planen, hierzulande weiter Stellen abzubauen und ins Ausland zu verlagern. Etwa die Hälfte der befragten 100 Führungskräfte gaben an, neue Arbeitsplätze in Osteuropa, den USA und China schaffen zu wollen. Besonders stark werde die Beschäftigung in den nächsten fünf Jahren in Indien wachsen - auch weil es dort viele IT-Fachkräften gebe.
Bosch: 15.000 Stellen sollen wegfallen
Beim Technologiekonzern Bosch stehen den jüngsten Ankündigungen zufolge an den Standorten in Reutlingen und Abstatt etwa 1.500 Stellen auf dem Spiel. Zählt man alle Ankündigungen zum Jobabbau bei Bosch zusammen, kommt man auf fast 15.000 Stellen, die gestrichen werden sollen: Bei Dürr sollen 250 Stellen in Deutschland wegfallen, bei Mahle sind in den letzten zwölf Monaten bereits 600 Jobs gestrichen worden, weitere sollen folgen, heißt es.
Heizungs- und Klimatechnikgeschäft Bosch schließt Milliarden-Übernahme ab
Es ist der größte Zukauf für Bosch. Die Kartellämter haben jetzt zugestimmt. Der Stuttgarter Konzern übernimmt das Heizungs- und Klimageschäft vom US-Unternehmen Johnson Controls.
BMW: Gewinneinbruch nur um ein Viertel
Ein Blick nach Bayern zeigt, dass BMW zwar auch einen Gewinneinbruch melden musste, allerdings im Gegensatz zu Porsche, Mercedes oder Audi nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen ist. Der größte Verlierer ist in diesem Vergleich momentan Porsche. Der Stuttgarter Sportwagenbauer meldet für das Frühjahrsquartal einen Gewinneinbruch von rund 90 Prozent. Dahinter folgt Audi mit zwei Drittel weniger Gewinn. Mercedes hat operativ halb so viel verdient wie im Vorjahresquartal. BMW folgt mit einem Minus von knapp einem Drittel dahinter. Anders als Porsche, Audi und Mercedes hat BMW immerhin bislang noch kein großes Sparprogramm verkünden müssen. Doch auch bei den Münchnern ist klar: Die Zeiten bleiben erst mal hart.