Produktion in den USA nicht geplant

Trotz Kritik: Blume bleibt weiter Porsche-Chef und plant "schmerzhafte Einschnitte"

Oliver Blume behält seine umstrittene Doppelrolle als Chef von VW und Porsche. Das nächste Porsche-Sparpaket enthält "schmerzhafte Einschnitte". Ein USA-Werk ist nicht geplant.

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Von Autor/in Michael Wegmer

Führungswechsel bei Porsche erst in ruhigeren Zeiten

Immer wieder gibt es massive Kritik an der Tatsache, dass Blume beide Unternehmen leitet, den Mutterkonzern Volkswagen und die Tochter Porsche. Zuletzt hatten auf der VW-Hauptversammlung im Mai Investoren diese Unternehmensführung heftig kritisiert. Die Doppelrolle sei angesichts der Krise beider Konzerne nicht mehr tragbar. Bei einer Pressekonferenz sagte Oliver Blume heute, er werde die Neuausrichtung von Porsche weiter begleiten. Er kenne das Unternehmen und wolle es erst in ruhigeren Zeiten übergeben, einen absehbaren Zeitpunkt dafür gebe es noch nicht.

Keine Details zum nächsten Sparpaket

Mit Blick auf ein weiteres Sparpaket, das im zweiten Halbjahr mit dem Betriebsrat verhandelt werden soll, sagte Blume: Es sei ein weitreichendes Paket und es handele sich um schmerzhafte Einschnitte. Details gab es nicht. An den Aufbau einer eigenen Produktion in den USA denkt Porsche nach wie vor nicht, trotz der Zusatzzölle auf Autos, die nach Amerika exportiert werden.

Im ersten Halbjahr hat Porsche deutlich weniger Gewinn gemacht. Das operative Ergebnis ist von etwas mehr als drei Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf rund eine Milliarde geschrumpft. Die Umsatzrendite ist von fast 16 auf 5,5 Prozent eingebrochen.

Ein Mitarbeiter der Porsche AG montiert in einer Produktionshalle des Porsche-Stammwerks einen Porsche Taycan. Auch bei Porsche schwächelt das Geschäft. Medien berichten von 8.000 Jobs, die auf der Kippe stehen. Ein Branchenexperte gibt Entwarnung.
Der Porsche Taycan ist ein batterieelektrischer Sportwagen mit erheblichen Absatzproblemen.

Porsche kappt Prognose erneut

Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche rechnet nun für dieses komplette Jahr nur noch mit einer Umsatzrendite von fünf bis sieben Prozent. Die Umsatzrendite bezeichnet das, was vom Umsatz an Gewinn übrig bleibt. Die Umsatzprognose tastete die Volkswagen-Tochter nicht an. In der Prognose seien die Auswirkungen der US-Einfuhrzölle von 15 Prozent und möglicher Preiserhöhungen berücksichtigt.

Porsche-Chef Blume: "Kein Unwetter, das vorüberzieht"

Für die aktuelle Entwicklung sind laut Porsche-Chef Oliver Blume drei Faktoren maßgeblich: die schwache Nachfrage nach Luxusautos in China, die zusätzlichen Importzölle in den USA und der Umbau hin zur Elektromobilität. Blume sagte, sein Unternehmen habe es weltweit weiterhin mit erheblichen Herausforderungen zu tun. "Es ist kein Unwetter, das vorüberzieht. Die Welt verändert sich massiv - und vor allem anders als noch vor einigen Jahren erwartet."

Deswegen werde das Unternehmen umgebaut. Die Kosten dafür bezifferte Porsche für das Gesamtjahr auf 1,3 Milliarden Euro. "Wir gehen davon aus, dass wir ab 2026 wieder positives wirtschaftliches Momentum sehen werden", ergänzte Blume.

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Werden bei Porsche noch mehr Stellen abgebaut?

Mit dem Betriebsrat sollen jetzt wie angekündigt Verhandlungen stattfinden über ein zweites Maßnahmenpaket, um Porsche rentabler zu machen. Das bedeutet, dass vermutlich mehr Stellen abgebaut werden sollen als bisher bekannt. Anfang des Jahres hatte Porsche angekündigt, in der Region Stuttgart 1900 Stellen bis 2029 abzubauen.
Vor ein paar Wochen hatte Porsche-Chef Blume die Beschäftigten in einem Brief aber schon auf eine weitere Sparrunde vorbereitet. Die US-Zölle belasten auch weitere Autobauer im Land: Mercedes-Benz gab bekannt, dass der Gewinn im ersten Halbjahr deutlich zurück gegangen ist.

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Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Michael Wegmer
SWR-Wirtschaftsredakteur Michael Wegmer
Onlinefassung
Petra Thiele
SWR-Wirtschaftsredakteurin Petra Thiele