Reform des Rentensystems

Problemthema Rente: Das sind die Lösungsvorschläge der Politik

Später in Rente, Einbeziehung von Beamten oder Anreize für Arbeit im Alter? Die Ansätze zur Lösung des Rentenproblems sind vielfältig. Ein Überblick.

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Von Autor/in Laura Böhm

Die besonders geburtenreiche Generation der Babyboomer erreicht den Ruhestand und bringt so Deutschlands Rentensystem an seine Grenzen. Immer weniger Beitragszahler müssen für immer mehr Rentnerinnen und Rentner aufkommen und eine Millionenlücke auf dem Arbeitsmarkt bleibt. Hier ein kurzer Überblick auf Reformvorschläge aus der Politik:

Anhebung des Renteneintrittsalters

An einer schnelleren Erhöhung des Renteneintrittsalters "führe kein Weg vorbei", meint Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Derzeit steigt das Renteneintrittsalter ohne Abschläge schrittweise bis 2031 auf 67 Jahre. Das ist Reiche nicht schnell und ambitioniert genug, wie sie bei der Pressekonferenz zum OECD-Wirtschaftsbericht zum Ausdruck bringt.

Eine spätere Rente nur für Akademiker schlägt der baden-württembergische Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) in einem "Welt"-Interview vor. Für Personen mit Bachelor-Abschluss soll das Rentenalter auf 68 Jahre angehoben werden, für solche mit Master auf 69. Die Akademiker würden erst später in den Arbeitsmarkt gehen und seien im Job meistens weniger körperlich belastet, begründet Bayaz seinen Vorstoß.

"Rente mit 63" abschaffen

Im vergangenen Jahr sind fast 270.000 Menschen früher ohne Abschläge in Rente gegangen. Das funktioniert über die "Altersrente für besonders langjährig Versicherte" für alle, die vor 1953 geboren sind und 45 Jahre versichert waren. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann kritisiert dieses Modell. Laut dem selbst 77-Jährigen sollten Menschen, die können, auch länger arbeiten als bis 63. Bei Markus Lanz argumentierte Kretschmann, dass ein Großteil der Menschen, die früher in Rente gehen, keine schweren körperlichen Arbeiten hinter sich hätten und es sich nur um ein "vorgeschobenes Argument" handele.

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Breitere Basis: Einbeziehung von Beamten

Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) sorgte ebenfalls mit einem Vorschlag für Aufsehen. Sie fordert unter anderem auch Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung zu integrieren, um die Einnahmen zu verbessern. Bisher zahlen Beamte nicht in die gesetzliche Rentenversicherung und werden im Alter mit einer Pension aus Steuergeldern finanziert. Der Koalitionspartner CDU/CSU hat Bas Rentenvorstoß jedoch prompt zurückgewiesen. Der mögliche positive Effekt wäre laut den sogenannten Wirtschaftsweisen höchstens nur von kurzer Dauer. Denn natürlich hätten dann auch Beamte Anspruch darauf, im Alter Geld aus dem gesetzlichen Rententopf zu beziehen.

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Aktivrente und Ende des Vorbeschäftigungsverbots

Laut dem Statistischen Bundesamt liegt der Anteil der Babyboomer über alle Berufe hinweg bei 25 Prozent. Ihr Eintritt in die Rente hinterlässt also eine riesige Fachkräftelücke auf dem Arbeitsmarkt. Die Pläne aus von CDU, CSU und SPD sollen deshalb Anreize für Senioren schaffen, auch im Alter noch zu arbeiten. Dazu gehört etwa die Aktivrente, die im Koalitionsvertrag festgelegt wurde: Sie soll Rentnern ermöglichen 2.000 Euro Gehalt steuerfrei zu verdienen.

Außerdem will Bas es Unternehmen mit ihren Reformplänen erleichtern, Beschäftigte nach Erreichen des Rentenalters auch mit befristeten Verträgen weiter zu beschäftigen. Sie will für ältere Arbeitnehmer das bisher geltende Verbot aufheben, unbefristete Arbeitsverträge ohne Grund in befristete umzuwandeln.

Mehr zum Thema Ruhestand gab es in der Fernsehsendung "Zur Sache Baden-Württemberg!" am Donnerstagabend:

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