Für die Handwerker auf der Großbaustelle ist der Anblick ungewohnt: Der Malerroboter sprüht schon fast selbstständig Farbe an die Wand. Das deutsche Robotikunternehmen ConBotics testet in Weil am Rhein erstmals in Baden-Württemberg die Eigenentwicklung. Noch braucht der Roboter viel Betreuung, aber die Entlastung auf der Baustelle ist bereits sichtbar. Der technische Helfer braucht keine Pausen und bekommt keine Nackenschmerzen, wenn er Decken streichen muss.
Mit dem Malroboter kann man solche Tätigkeiten, die einfach anstrengend sind, über Kopf zu arbeiten oder halt auch dann sich wiederholende Aufgaben, kann man einfach weiter automatisieren.
Kollege aus Metall und Software macht guten Eindruck
Das System braucht allerdings Unterstützung: Farbe nachfüllen oder Maße vorgeben - das geht nur mit menschlicher Intelligenz und Händen. Insgesamt ist Philipp Stinner vom Stuttgarter Bauunternehmen Züblin aber durchaus angetan von dem neuen Kollegen. Es sei normal, dass in der Pilotphase auch mal was klemmt, im Großen und Ganzen mache der Malerroboter aber einen guten Eindruck, sagt Stinner.
Roboter gefährdet keine Arbeitsplätze
Der Malerroboter ist nur ein Beispiel für moderne Technik im Handwerk. Der Dachverband begleitet die Entwicklung und befürwortet Entlastungen bei der Arbeit. Angst, dass der Roboter Arbeitsplätze gefährden könnte, müsse es nicht geben, meint Peter Haas, Hauptgeschäftsführer von Handwerk BW. Schon seit vielen Jahren würde es einen großen Fachkräftebedarf im Handwerk geben, der aufgrund des demografischen Wandels gar nicht mehr mit dem Nachwuchs gedeckt werden kann.
Deswegen ist es eher eine willkommene Unterstützung, wenn Roboter den Handwerker unterstützen. Also keine Angst vor der Technik im Sinne von Rationalisierung, sondern die Übernahme von Tätigkeiten, die selbst für Handwerkerinnen und Handwerker gar nicht so attraktiv ist.
Sich im Raum zurecht finden und Fenster erkennen
Künstliche Intelligenz werde bereits im Handwerk viel nachgefragt. Roboter ziehen allerdings langsamer auf Baustellen ein. Da vieles erst noch entwickelt werden muss. Der Malerroboter arbeitet beispielsweise mit einem Lokalisierungssystem. Dies würde schon recht gut funktionieren, so Manuel Fischer von der Herstellerfirma ConBotics. Nun werde eine KI entwickelt, damit der künstliche Maler auch automatisch Fenster erkennt.
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Erste Modelle haben hohe Preise
Die Entwicklung ist teuer. In Zukunft sollen sich die Systeme aber auch für Handwerksbetriebe rentieren, wenn die Preise für Nachfolge-Modelle runtergehen. Die Kosten seien im Moment noch ein Hinderungsgrund für die Investition, so Peter Haas, Hauptgeschäftsführer von Handwerk BW.
Das ist (die Investitionskosten) tatsächlich auch ein Punkt, weswegen wir sagen, da braucht der Mittelstand, braucht das Handwerk auch noch Unterstützung. Verändern wird sich auch die Ausbildung. Denn ohne den Sachverstand der Handwerkerinnen und Handwerker wird es auch mit Robotern nicht gehen.
Noch bauen sich Häuser nicht von allein, aber die Zukunft des Handwerks ist in greifbarer Nähe, meinen die Bauexperten.