Der Auto Club Europa (ACE) hat bundesweit rund 170 Schulwege auf ihre Sicherheit getestet. Darunter auch 26 Schulwege von über 7.500 Schulkindern in Baden-Württemberg. Die Ergebnisse des "ACE-Schulweg-Index 2025" zeigen, dass noch immer viele Schulwege in Deutschland unsicher sind.
Rund 30 Prozent der Schulwege in BW sind mangelhaft bewertet worden
Von den geprüften Schulwegen in Baden-Württemberg sind rund 30 Prozent mangelhaft vom ACE bewertet worden. 65 Prozent fallen unter die Kategorie "in Ordnung" und vier Prozent sind laut dem ACE-Schulweg-Index sicher. Kein Schulweg in Baden-Württemberg wurde als "gefährlich" eingestuft. Die Lorettoschule in Freiburg sei laut dem Index insgesamt die sicherste Schule in Baden-Württemberg.
Elterntaxis: Rund die Hälfte verstößt gegen Verkehrsregeln
Laut ACE konnte beobachtet werden, wie sich Eltern im Straßenverkehr verhalten, wenn sie ihre Kinder zur Schule bringen. Bei den untersuchten Elterntaxis habe es in Baden-Württemberg in rund der Hälfte der Fälle Verstöße gegen Verkehrsregeln gegeben. Am häufigsten sei das Halten im Halteverbot gewesen, aber auch das Halten in Einfahrten, auf Gehwegen und in zweiter Reihe.
Der ACE bewertet den Bringverkehr vor Grundschulen im bundesweiten Schnitt zu 74 Prozent als sicher. Am besten schneiden Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ab. In Baden-Württemberg wird der Bringverkehr zu 72 Prozent als sicher bewertet.
Gemischtes Bild bei Infrastruktur rund um Schulen
Die Untersuchung hat auch die Infrastruktur 200 Meter rund um das Schultor bewertet. Dabei wurde etwa überprüft, ob die Schule verkehrsberuhigt liegt oder es Querungshilfen wie Zebrastreifen oder Ampeln gibt. Vor rund 90 Prozent der Schulen in Baden-Württemberg sei die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde beschränkt. Die laut ACE sicherste Lösung der Spielstraße oder einer verkehrsberuhigten Zone habe es im Land nur bei 12 Prozent der Schulen gegeben.
ACE-Schulweg-Index mit "Ernüchterndem Ergebnis"
Für den Vorsitzenden des ACE Auto Club Europa, Sven-Peter Rudolph, ist das Ergebnis ernüchternd. Letztes Jahr seien deutschlandweit 27.000 Kinder auf dem Schulweg verletzt worden, 3.000 davon schwer und 53 davon seien nicht mehr nach Hause gekommen.
Damit dürfe man sich nicht abfinden, so der ACE-Vorsitzende. Dies sei ein Auftrag an alle, die Infrastruktur zu verbessern, Elterntaxis zu vermeiden und Kinder besser zu schützen.