In Heilbronn entsteht ein neues Graduierten- und Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. ConnAIx steht für Research School for Applied AI, zu deutsch Forschungseinrichtung für angewandte Künstliche Intelligenz, soll internationale Spitzenforschende zusammenbringen.
BW-Ministerpräsident Winfried Kretschmann und BW-Wissenschaftsministerin Petra Olschowski, beide Grüne, haben am Mittwochnachmittag eine Gründungsvereinbarung unterzeichnet. Das connAIx soll zunächst als Außenstandort des Karlsruher Instituts für Technologie KIT firmieren, aber gleichberechtigt von den Universitäten Stuttgart und Tübingen getragen werden. Alle drei Hochschulen verfügen über KI-Expertise.
Wer von dem KI-Forschungszentrum profitieren soll
Die Forschungseinrichtung richtet sich an Spitzenforschende, die auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz promovieren oder forschen wollen. Man sei bereits im Gespräch mit Dozenten auf der ganzen Welt. Zudem soll die Forschungseinrichtung eng mit der Wirtschaft zusammenarbeiten.
"Akademische Exzellenz soll in Heilbronn auf reale Industrielle Herausforderungen treffen", sagte Professor Gunther Friedl von der Dieter Schwarz Stiftung bei der Unterzeichnung der Gründungsvereinbarung im Staatsministerium.
Spitzenforschende sollen in BW KI-Lösungen testen
Die Dieter Schwarz Stiftung stellt demnach kostenlos Flächen und Infrastruktur in Heilbronn zur Verfügung. Es gehe aber um mehr als nur Räume, so Friedl, man garantiere den Spitzenforschenden direkten Zugang zu den entscheidenden Playern.
Im connAIx sollen Forschende unter Reallabor Bedingungen KI-Lösungen testen und anwenden. Dabei geht es um Zukunftstechnologien wie Robotik, Cybersicherheit und Chip Design.
"Visionäres Konzept" Massiver Stromverbrauch von KI: Stuttgarter entwickeln super sparsame Computerchips
Künstliche Intelligenz verbraucht viel Energie. Die Stuttgarter Firma Q.ANT hat nun einen super sparsamen Chip entwickelt. Die Konkurrenz arbeitet aber schon an ähnlichen Lösungen.
Die Zusammenarbeit der drei Landesuniversitäten mit der Wirtschaft sei wichtig, betonte BW-Wissenschaftsministerin Olschowski, so könne man mit maßgeschneiderten Karrierewegen KI-Spitzentalente qualifizieren.
BW fördert KI-Forschungseinrichtung
Das Land fördert connAIx ab dem Vollausbau 2029 jährlich mit 30 Millionen Euro. Zehn Professorinnen und Professoren von den besten Forschungseinrichtungen der Welt, wie es aus dem Wissenschaftsministerium heißt, sollen mit bis zu 60 internationale Doktorandinnen und Doktoranden und bis zu 20 Postdoktorandinnen und -doktoranden zusammenarbeiten.
Man sei bereits in Gesprächen mit Dozentinnen und Dozenten, heißt es aus dem Wissenschaftsministerium. Laut Staatsministerium handelt es sich bei dem Graduierten- und Forschungszentrum um eine bundesweit einzigartige Forschungseinrichtung.