Prozessbeginn wegen Telefonbetrug

Stuttgart: Prozess gegen Telefontrickbetrüger

Einem Mann, mutmaßlich ein Bandenmitglied, wird ab Mittwoch der Prozess gemacht. Er soll geholfen haben, mit einer Betrugsmasche vorwiegend Senioren um ihr Erspartes zu bringen.

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Von Autor/in Dorina Blau

Am Stuttgarter Landgericht läuft seit Mittwoch der Prozess gegen einen mutmaßlichen Telefontrickbetrüger. Der 30-Jährige soll laut Anklage bei mehreren Betrugsfällen in Stuttgarter Stadtteilen und in Böblingen dabei gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem gewerbsmäßigen Bandenbetrug vor.

Mann soll Bankkarten bei Senioren abgeholt haben

Der Mann soll sich Ende vergangenen Jahres einer Gruppierung angeschlossen haben, die am Telefon versucht hat, vor allem ältere Menschen zu betrügen und um ihr Geld zu bringen. Dabei soll die Bande in mehreren Schritten vorgegangen sein. Einige Mitglieder sollen die Opfer aus Callcentern angerufen und sich als Bankmitarbeiter ausgegeben haben.

Dann sollen sie die Senioren nach ihrer PIN gefragt und behauptet haben, dass ein weiterer Bankmitarbeiter die Karte abholen würde. Der nun angeklagte 30-Jährige soll einer der "Abholer" gewesen sein, die zu den betroffenen Senioren gingen, um die Bankkarte abzuholen. Bei den Taten, an denen der Mann laut Anklage beteiligt war, entstand insgesamt ein Schaden von rund 32.000 Euro.

Telefontrickbetrüger weiterhin in Region Stuttgart aktiv

Für die Polizei ist es schwer, die Banden ausfindig zu machen, da sie oft aus dem Ausland agieren. Dennoch ist es in dieser Woche bereits der zweite Prozessbeginn vor dem Stuttgarter Landgericht, bei dem es um Telefontrickbetrug geht. In einem anderen Prozess, der seit Dienstag läuft, sind drei Männer angeklagt, denen ebenfalls gewerbsmäßiger Bandenbetrug vorgeworfen wird.

Sie sollen unter anderem in Backnang, Leonberg, Schorndorf, Renningen und Korntal-Münchingen unterwegs gewesen sein. Die drei Männer zwischen 20 und 28 Jahren sollen ebenfalls als angebliche Bankmitarbeiter die Bankkarten der Opfer abgeholt haben.

Die Polizei warnt regelmäßig vor solchen Maschen. Auch sogenannte Schockanrufe oder die Masche des falschen Polizeibeamten sind in der Region Stuttgart verbreitet. Bei einer Seniorin in Stuttgart-Weilimdorf haben Betrüger Ende September Gold im Wert von mehreren 10.000 Euro erbeutet. Die Täter hatten am Telefon behauptet, dass eine Bekannte der Frau einen Unfall gehabt hätte, bei dem eine schwangere Frau verletzt wurde. Um eine Haft zu verhindern, solle die Frau eine Kaution zahlen.

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Tipps der Polizei, wenn das Telefon klingelt

Die Polizei rät dringend dazu, aufzulegen, wenn man nicht sicher ist, wer anruft. Außerdem solle man nie persönliche Daten preisgeben und sofort auflegen, wenn die Person am Telefon nach finanziellen Verhältnissen oder Wertgegenständen im Haus fragt. Die Polizei stellt klar, dass sie niemals um Geldbeträge bitten würde und auch nicht unter der Notrufnummer 110 anruft.

"Das tun nur Betrüger", heißt es in einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Stuttgart. Um sicherzugehen, solle man nach dem betrügerischen Telefonat selbst die 110 wählen. Wichtig dabei: nicht die Rückruftaste wählen, sonst lande man wieder bei den Betrügern.

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