Auch Verbindung Stuttgart-Zürich betroffen

Zugstrecke vier Wochen lang gesperrt: Bahn informierte erst einen Tag vorher

Die Zugstrecke zwischen dem Stuttgarter Hauptbahnhof und Stuttgart-Vaihingen ist gesperrt. Das betrifft Züge von und aus Richtung Süden. Die Information kam denkbar kurzfristig.

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Von Autor/in Philipp Pfäfflin

Die Panoramabahn wird ab Freitag (24. April 2026) 1 Uhr komplett für den Zugverkehr gesperrt. Diese Mitteilung verschickte die Bahn am Donnerstagnachmittag, also gerade einmal zwölf Stunden vor Streckensperrung. Als Grund wurden Instandhaltungsarbeiten genannt. Warum die Fahrgäste so kurzfristig informiert wurden, dazu konnte die Bahn am Freitag nichts sagen. Der zuständige Kollege sei am Montag wieder erreichbar, sagte ein Bahnsprecher auf SWR-Nachfrage. Mit der Panoramabahn wird die Zugstrecke vom Hauptbahnhof Stuttgart nach Stuttgart-Vaihingen bezeichnet.

Panoramabahn in Stuttgart für vier Wochen gesperrt

Die Sperrung dauert bis Freitag, den 22. Mai. Davon betroffen sind die IC-Züge zwischen Stuttgart und Zürich. Dazu kommen die Regionalzugverbindungen Stuttgart-Horb-Rottweil, Stuttgart-Eutingen-Freudenstadt und Stuttgart-Konstanz. Sie fahren laut Bahn nicht den Hauptbahnhof an. Für Bahnreisende heißt das, sie müssen in Stuttgart-Vaihingen auf die S-Bahn umsteigen. Die Bahn verweist in diesem Zusammenhang auf einzelne Züge in den Tagesrandlagen, die zum Hauptbahnhof umgeleitet werden, aber nicht in S-Vaihingen halten.

Die Panoramabahn betrifft nicht nur den Regional- und Fernverkehr der Bahn. Sie ist zudem die Ausweichstrecke für die Stuttgarter S-Bahn. Denn kommt es auf der Stammstrecke, also dem Tunnel zwischen Hauptbahnhof, Stadtmitte, Schwabstraße und weiter Richtung Stuttgart-Vaihingen - zu Problemen, können S-Bahnen über die Panoramastrecke oberirdisch umgeleitet werden. Diese Möglichkeit fällt während der vierwöchigen Sperrung weg.

Auch S-Bahn betroffen: S1 fährt weniger oft

Die Sperrung der Panoramabahn hat auch direkte Auswirkungen auf den S-Bahn-Verkehr. Da im Fern- und Regionalverkehr die Züge von und aus Horb-Singen-Zürich in Stuttgart-Vaihingen wenden, können die S-Bahnen der S1 Kirchheim-Herrenberg im Bahnhof S-Vaihingen nur eingeschränkt halten. Sie fahren deshalb im 30-Minuten-Takt, heißt es bei der Bahn. Zumindest auf dem Teilabschnitt zwischen Plochingen und Stuttgart-Schwabstraße sollen zusätzliche Fahrten der S1 von montags bis samstags eingesetzt werden - zum üblichen 15-Minuten-Takt.

Bahn: Weitere Sperrungen in den kommenden Wochen

Schon jetzt weißt die Bahn auf weitere Sperrungen hin. Hier eine Auswahl im Überblick:

  • Bis 7. Mai: Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Herrenberg und Rottweil sowie Herrenberg und Radolfszell in den Nächten von Samstag auf Sonntag
  • Ab 8. Mai - 22. Mai: Ausfall von Regionalzügen zwischen Eutingen im Gäu und Horb zwischen 21:15 Uhr und 5 Uhr. Ersatzverkehr mit Bussen.
  • 17. April - 23. Mai: Ausfall S-Bahn S60 zwischen Böblingen und Renningen. Ersatzbusse werden eingesetzt.
  • 5. - 11. Mai: S-Bahnen S1 Kirchheim-Herrenberg, S2 Schorndorf-Filderstadt und S3 Backnang-Stuttgart Flughafen/Messe fahren durchgängig nur im 30-Minuten-Takt. Im Nachtverkehr planmäßig stündlich. Grund sind Arbeiten am Digitalen Knoten Stuttgart.
  • 5. - 11. Mai: Ausfall der Regionalbahn zwischen Untertürkheim und Kornwestheim. Auch hier sind Arbeiten am Digitalen Knoten Stuttgart die Ursache für den Ausfall.
  • 11. - 23. Mai: S-Bahn-Gleise zwischen Feuerbach und Nordbahnhof gesperrt. Das hat Auswirkungen auf S-Bahnen sowie Regional- und Fernzüge. So fahren die Linien S4 und S5 zwischen Backnang beziehungsweise Bietigheim und der Stuttgarter Innenstadt seltener. Regional- und Fernverkehrszüge entfallen oder fahren auf kürzeren Strecken.

Arbeiten an Schienen, Schotter und Weichen

Hintergrund der Sperrungen sind laut Bahn umfangreiche Arbeiten. Allein auf der Strecke der Panoramabahn tauscht die Bahn Schienen auf einer Länge von gut sieben Kilometern. Dabei werden rund 1.000 Schwellen erneuert und 5.500 Schwellen überarbeitet. Außerdem werde auf einer Länge von etwa zehn Kilometern der Schotteroberbau verdichtet. Dazu soll es Arbeiten an Weichen und an der Oberleitung geben.

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Philipp Pfäfflin
Portraitfoto von Philipp Pfäfflin