Führungswechsel bei Schokoladenhersteller

Ritter Sport wieder in Familienhand: Zwei Urenkel übernehmen

Nach elf Jahren geht die Verantwortung für das operative Geschäft des Traditionsunternehmens Ritter Sport wieder an die Inhaberfamilie. Warum die neuen Chefs jetzt übernehmen.

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Die neuen Chefs sind die Urenkel der Unternehmensgründer: Zum 15. Mai haben Moritz Ritter und Tim Hoppe den Vorsitz der Geschäftsführung von Ritter Sport als Doppelspitze übernommen. Das hat das Familienunternehmen mit Sitz in Waldenbuch bei Stuttgart am Montag mitgeteilt. Damit liege die Verantwortung für das operative Geschäft nach rund elf Jahren wieder bei Mitgliedern der Inhaberfamilie.

Cousins übernehmen Ritter Sport

Beide, Ritter und Hoppe, seien bereits Gesellschafter der Alfred Ritter GmbH und Vorsitzende des Unternehmensbeirats. Ritter ist diplomierter Informatiker und seit 2009 im Familienunternehmen. Er ist außerdem Beiratsvorsitzender der auf Solarwärmeanlagen spezialisierten Unternehmen Ritter Solartechnik und Ritter Energie, einem Hersteller für Strom- und Wärme-Technik, die auf erneuerbaren Energien basiert. Sein Cousin Tim Hoppe ist Diplom-Betriebswirt und seit 2011 im Familienunternehmen tätig. Seit 2017 ist Hoppe Geschäftsführer der Ritter Agrar.

Bisher war Andreas Ronken Chef des Schokoladenherstellers. Ronken werde das Unternehmen jetzt verlassen, teilte ein Sprecher von Ritter Sport mit. Ronken habe den Konzern maßgeblich geprägt und wichtige Impulse für die Weiterentwicklung gesetzt. "Wir haben großen Respekt vor dieser Leistung in erfolgreichen wie in herausfordernden Zeiten", so Hoppe. Ronken war 2005 als Geschäftsführer für Produktion und Technik zu Ritter Sport gekommen. 2015 hatte er den Vorsitz der Geschäftsführung von Alfred T. Ritter übernommen.

Wechsel in wirtschaftlich schwierigen Zeiten

Die Enkel der Firmengründer haben sich nun entschieden, den Betrieb in herausfordernden wirtschaftlichen Zeiten selbst zu führen. Bereits in den vergangenen Monaten war ein Programm mit schmerzhaften Einschnitten auf den Weg gebracht worden. "Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, selbst Verantwortung zu übernehmen, um gemeinsam mit der Geschäftsführung und den Mitarbeitenden die notwendige Transformation abzuschließen und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen", so Ritter und Hoppe.

Bereits Ende April hatte Ritter Sport mitgeteilt, dass nach einem Verlust im vergangenen Jahr etwas mehr als jede zehnte Stelle wegfallen solle. Das sei der erste Stellenabbau in der mehr als 110-jährigen Geschichte des Unternehmens. Als Gründe nannte das Unternehmen stark gestiegene Rohstoffpreise, vor allem bei Kakao. Auch die Preise für Energie und Verpackungen hätten das Geschäft zuletzt belastet. Zudem sei eine deutliche Zurückhaltung der Käufer und Käuferinnen zu spüren.

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Stefanie Reinhardt
Reporterin Stefanie Reinhardt.

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