Mit einem Gerät heizen und kühlen zu können, das ist für viele Eigentümer weiterhin recht unbekannt. Das stellt die Energieagentur im Kreis Ludwigsburg fest. Mit einer Wärmepumpe als Splitgerät geht das aber. In diesem Fall geht es um eine Luft-Luft-Wärmepumpe, auch Klimaanlage genannt. Marleen van Kampen aus Asperg (Kreis Ludwigsburg) hat sich nach langem Suchen für diese Lösung entschieden.
Eigentümer: Lange Suche nach passender Lösung
Sie wohnt mit ihrem Mann in einer Doppelhaushälfte in Asperg. Das Haus haben sie sich im Herbst vergangenen Jahres gekauft. Es war klar: Das schlechte gedämmte Eigenheim muss saniert werden. Zahlreiche Beratungsgespräche für eine neue Heizung brachten aber erstmal keine pragmatische Lösung, erzählt van Kampen. Im Haus waren in jeder Etage Gaseinzelöfen angebracht, es gab keine Leitungssysteme. Für die meisten Heizungsarten hätten diese aufwendig nachgerüstet werden müssen.
Vor kurzem haben sie allerdings eine Luft-Luft-Wärmepumpe eingebaut, für die das nicht nötig ist. Wärmepumpen funktionieren im Wesentlichen wie Kühlschränke, nur umgekehrt: Sie entziehen der Umgebung Wärme und nutzen sie zum Heizen - in diesem Fall ist aber eben beides möglich. Drei Außengeräte sowie sechs Geräte innen sind es in Asperg geworden. Für das Paar ist die Lösung einfacher, günstiger und effizienter. Auch ein Handwerker war schnell gefunden.
In diesem Fall: 50 Prozent Förderung für Wärmepumpe
Viele Fachbetriebe hatten ihnen diese Lösung nicht angeboten. Es war Maren Mittelbach von der Energieagentur Kreis Ludwigsburg, die den beiden diese Wärmepumpe empfohlen hat. Sie nimmt nach dem Einbau die Geräte auch ab, damit staatliche Fördergelder fließen können. In diesem Fall greift eine Grundförderung von 30 Prozent. Dazu kommt der sogenannte Klimageschwindigkeitsbonus, da Gaseinzelöfen ausgebaut wurden: noch einmal 20 Prozent obendrauf, sodass die Kosten effektiv noch bei 10.000 Euro liegen.
Der Effekt von Wärmepumpe tritt nach zehn Minuten ein
Die Wärme kommt jetzt also per Luftstrom, das muss man mögen. Das Kühlen ist allerdings genauso möglich. "An manchem wechselhaften Frühlingstag auch beides", erzählt van Kampen. Als es etwa im Mai morgens eine Außentemperatur von 6 Grad hatte, schmissen die beiden die Heizung an. Am Nachmittag war es draußen dann schon über 25 Grad warm. Die beiden probierten erstmals die Kühlfunktion aus.
Beides funktioniert wunderbar. Nach zehn Minuten hat man ein angenehmes Raumklima.
Wärmepumpen sind effizient
Heizen und Kühlen am selben Tag – eine angenehme Spielerei. Allerdings wird da mancher beim Stromverbrauch zucken. Generell gilt aber: Wärmepumpen haben einen vielfach höheren Wirkungsgrad als etwa Gasheizungen. Den Jahresverbrauch in Gas könne man grob durch drei teilen, um die benötigte Strommenge zu berechnen, sagt Energerieberaterin Maren Mittelbach.
Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass diese Klimageräte auch zum Heizen so eine hohe Effizienz haben.
Die Expertin bietet mit der Verbraucherzentrale auch kostenfreie Erstberatungen an, die einen unabhängigen Rundumblick liefern sollen.
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Synergieeffekt aus PV-Anlage und Wärmepumpe
Für Maren van Kampen entstand hierbei ein Sanierungsfahrplan. Für die van Kampens steht noch einiges an. So wollen sie in ihrem Haus auch beim Warmwasser ganz weg vom Gas. Mittelfristig soll auf das neue Dach auch eine PV-Anlage. Wenn die Sonne dann auf das Dach knallt, können sie mit eigenem Strom günstiger und mit einem guten Gewissen kühlen.