Die Nachfrage nach Wärmepumpen zum Heizen ist ein Auf und Ab. Nach dem Absatzeinbruch im vergangenen Jahr - 2024 wurden nach Branchenangaben 193.000 Wärmepumpen neu eingebaut, 46 Prozent weniger als 2023 - hat die Nachfrage in den ersten Monaten dieses Jahres wieder spürbar angezogen. Im ersten Quartal 2025 stieg der Absatz laut dem Bundesverband Wärmepumpe (BWP) zum Vorjahresquartal um 35 Prozent auf 62.000 Stück.
Allerdings liegt das Ziel der alten Ampel-Regierung von 2022, pro Jahr sollten eine halbe Million Wärmepumpen neu installiert werden, nach wie vor in weiter Ferne.
- Wie erklärt sich die unterschiedliche Nachfrage nach Wärmepumpen?
- Welche Fördermöglichkeiten gibt es aktuell und worauf muss man achten?
- Wie geht es mit der Förderung weiter?
- Wann lohnt sich eine Wärmepumpe?
- Wärmepumpen sind in Deutschland teurer als anderswo - warum?
- Wie funktioniert eine Wärmepumpe und welche Arten gibt es?
- Kann ich eine Wärmepumpe auch zum Kühlen im Sommer nutzen?
- Welchen Stromverbrauch und Fixkosten hat eine Wärmepumpe?
- Neubau oder Altbau: Welche Voraussetzungen sollte mein Haus erfüllen?
- Wo sollte eine Wärmepumpe aufgestellt werden?
- Worauf sollte man beim Kältemittel achten?
Wie erklärt sich die unterschiedliche Nachfrage nach Wärmepumpen?
SWR Umweltredakteurin Katha Jansen erklärt den starken Rückgang im vergangenen Jahr so: Das Hin und Her rund um das sogenannte Heizungsgesetz habe viel verunsichert, aber auch frustriert. Außerdem hätten Aufwand und Kosten für eine Wärmepumpe viele Menschen abgeschreckt - wobei es vielfach an Wissen über die Fördermöglichkeiten gemangelt habe.
Einer Studie vom Frühjahr 2025 zufolge kosten zum Beispiel Anschaffung und Installation einer 8 kW Luft-Wasser-Wärmepumpe in Deutschland im Schnitt rund 28.000 Euro. Ein neuer Check der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zeigt aber teils enorme Unterschiede bei den Angeboten von Fachfirmen.
Aber auch für die mittlerweile wieder gestiegene Nachfrage nach Wärmepumpen gibt es verschiedene Erklärungen: Inzwischen ist viel Informationsmaterial abrufbar und mehr Fachbetriebe sind fit in Sachen Wärmepumpe. Damit ist es leichter geworden, sich gut informiert zu entscheiden. Auch die üppige Förderung hat sich herumgesprochen.
Welche Fördermöglichkeiten gibt es aktuell und worauf ist zu achten?
Der Bund fördert Kauf und Einbau über die KfW. Die Förderung gemäß dem Programm 458 staffelt sich von der Grundförderung - das sind 30 Prozent der Anschaffungskosten - bis zur maximalen Förderung von 70 Prozent oder 21.000 Euro pro Einfamilienhaus. Die Kosten, die man für den Zuschuss anrechnen kann, sind auf 30.000 Euro gedeckelt.
Die Grundförderung gibt es für alle. Zusätzliche Förderprozente (Bonusförderungen) bekommt man für den Austausch einer funktionsfähigen fossilen Heizung. Auch bei einem geringeren Haushaltseinkommen oder zum Beispiel beim Einsatz eines natürlichen Kältemittels kann es zusätzliche Prozente geben.
Die Förderanträge können online bei der KfW gestellt werden. Bei Heizungsmaßnahmen muss grundsätzlich keine Baubegleitung oder Fachplanung durch Energie-Effizienz-Experten stattfinden - die Fördermittel gibt es auch ohne sie.
Die Verbraucherzentralen raten aber dazu und auch diese Beratung wird aktuell gefördert. Mehr Informationen zur Förderung gibt es bei den Verbraucherzentralen.
Wie geht es mit der Förderung weiter?
Das ist aktuell unklar. Im Bundestagswahlkampf hatte die CDU angekündigt, das sogenannte Heizungsgesetz nach der Wahl abzuschaffen. Die neue Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat aber noch nichts Konkretes dazu gesagt. Die Union fordert generell eine größere "Technologieoffenheit".
In der Branche gibt es Sorgen, die Regierung könnte eine mindestens deutliche Förderkürzung zu einem bestimmten Datum ankündigen. Dann könnte die Nachfrage zunächst spürbar steigen und anschließend einbrechen.
Allerdings: Heizen mit fossilen Brennstoffen wird absehbar immer teurer, weil der CO2-Preis steigt. Eine Wärmewende ist also sinnvoll und notwendig.
Wann lohnt sich eine Wärmepumpe?
Sie lohnt sich häufig, denn Wärmepumpen sind sehr effizient. Mit einer Kilowattstunde Strom erzeugen die Geräte drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Wärmepumpen produzieren also deutlich mehr Energie als sie verbrauchen.
Auf lange Sicht spart man so auf jeden Fall Geld, trotz hoher Anschaffungskosten. Eine Studie der RWTH Aachen zeigt: Es kann bis zu 16 Jahre dauern, bis sich die Wärmepumpe im Vergleich zu einer neuen Gasheizung lohnt. Spätestens dann gleichen die niedrigeren Betriebskosten die höhere Anfangsinvestition aber aus. Wird die Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage kombiniert, beschleunigt das die Rentabilität.
Expertinnen und Experten verweisen auch auf die steigenden Gaspreise, die eine neue Gasheizung nicht mehr rentabel machen. Das hat beispielsweise Volker Quaschning, Energieexperte an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, im Gespräch mit dem SWR erklärt.
Für Neubauten oder jüngere Gebäude mit Fußbodenheizung lohnen sich Wärmepumpen eigentlich immer. Da die Technik sich ständig weiterentwickelt, werden Wärmepumpen aber auch in Altbauten immer attraktiver.
Wärmepumpen sind in Deutschland teurer als anderswo - warum?
Für den Kauf und die Installation einer Wärmepumpe zahlen Verbraucher in Deutschland schnell das Zwei- oder Dreifache im Vergleich zu Menschen in Frankreich oder Großbritannien. Dabei sind die Preise für das Gerät an sich ähnlich. Der große Preisunterschied entsteht bei den Installationskosten.
Die Branche begründet das mit höheren Lohnkosten, bürokratischen Auflagen, technischen Anforderungen und Normen. Aber auch damit, dass die Gebäude im Ausland teils einfacher gebaut und standardisierter seien.
Die Deutsche Umwelthilfe geht zusätzlich von einem preistreibenden Effekt durch die aktuelle Förderung in Deutschland aus. Sie fordert deshalb, die Förderung zu senken auf einen garantierten Festbetrag von 7.000 Euro.
Wie funktioniert eine Wärmepumpe und welche Arten gibt es?
Eine Wärmepumpe kann man sich vorstellen wie einen Kühlschrank, der sozusagen umgekehrt funktioniert. Sie entziehen der Umwelt Wärme - aus der Luft, dem Grundwasser oder der Erde - und bringen sie von draußen ins Haus.
Transportiert wird die Wärme in Rohren und zwar mit Hilfe eines Kältemittels. Es wird zusammengedrückt - dazu braucht die Pumpe Strom - und beim Abgeben der Wärme wieder entspannt. Die Wärmepumpe erwärmt dann Wasser für die Heizung oder zum Duschen.
Wie klimafreundlich eine Wärmepumpe ist, hängt davon ab, wie viel Strom aus erneuerbaren Energien für ihren Betrieb genutzt wird und wie effizient sie arbeitet. Entscheidend ist dafür, ob sie möglichst viel Wärme mit möglichst wenig Strom-Einsatz erzeugt.
Diese Arten von Wärmepumpen gibt es:
- Wasser: Grundwasser-Wärmepumpe oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe
- Erde: Erdwärmepumpe oder Sole-Wärmepumpe oder Sole-Wasser-Wärmepumpe
- Luft: Luft-Wasser-Wärmepumpe oder Luft-Luft-Wärmepumpe (ohne Heizkörper)
Sie unterscheiden sich danach, woher sie die Wärme nehmen. Als am effizientesten gelten die Wärmepumpen, die Wärme aus dem Grundwasser nehmen. Nicht jedes System ist überall umsetzbar. Auch ihre Installation ist unterschiedlich aufwändig.
Kann ich eine Wärmepumpe auch zum Kühlen im Sommer nutzen?
Manche Wärmepumpen können auch als Ersatz für eine Klimaanlage dienen - also im Sommer auch die Wohnung kühlen. Das geht auf zwei Arten:
- aktive Kühlung mit einer sogenannten reversiblen Wärmepumpe: Hier wird die Funktionsweise der Wärmepumpe umgedreht und sie arbeitet quasi wie ein Kühlschrank.
- passive Kühlung mit Erdwärme- oder Sole-Wasser-Wärmepumpen: Dabei nutzt die Wärmepumpe die Kälte aus dem Boden und pumpt dann kaltes Wasser durch den Heizkreislauf im Haus.
Wichtig ist dabei, sich vorher zu informieren, ob eine Wärmepumpe das kann und auf welche Art sie kühlen würde - und auch, ob die Voraussetzungen dafür zuhause stimmen. Besonders klimafreundlich ist das Kühlen per Wärmepumpe, wenn der Strom dafür aus der eigenen Solaranlage kommt.
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Welchen Stromverbrauch und Fixkosten hat eine Wärmepumpe?
Die Wartungskosten für eine Wärmepumpe sind geringer als für andere Heizungen. Für Routinearbeiten, etwa die Kontrolle, ob alles dicht ist, setzen Verbraucherschützer etwa 100 Euro im Jahr an. Hinzu kommen Kosten für Anfahrt und Handwerkerleistungen. Der Kaminkehrer muss nach dem Einbau einer Wärmepumpe nicht mehr kommen.
Der Stromverbrauch hängt von verschiedenen Punkten ab - zum Beispiel, wie kalt es ist, und wie effizient die Wärmepumpe arbeitet. Beim Abschätzen hilft es, zu schauen, welchen Energiebedarf in Kilowattstunden man bisher für das Heizen hatte.
Mit der Jahresarbeitszahl der geplanten Wärmepumpe kann man einen Richtwert ausrechnen, was ungefähr benötigt wird. Diese Zahl gibt an, wie viel Kilowatt Wärme eine Pumpe aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt.
Neubau oder Altbau: Welche Voraussetzungen sollte mein Haus erfüllen?
Ideal ist ein Neubau mit Fußbodenheizung. Da lohnen sich Wärmepumpen eigentlich immer. Wer in einem älteren Gebäude wohnt, kann durchaus ebenfalls gut damit fahren.
Günstig ist es, wenn ein Gebäude gut gedämmt ist und die Fenster auf einem guten Stand sind, um Wärmeverluste zu vermeiden. Je größer eine Heizkörperfläche ist - zum Beispiel im Fußboden oder in der Wand - desto besser. Denn dann muss das Heizwasser nicht so heiß sein.
Eine Energieberatung kann zeigen, ob vor der Installation einer Wärmepumpe zum Beispiel noch Fenster getauscht oder die Dämmung verbessert werden sollten. Volker Quaschning, Energieexperte an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, hat im Gespräch mit dem SWR erklärt, das betreffe nur sehr alte Gebäude.
Wo sollte eine Wärmepumpe aufgestellt werden?
Grundsätzlich sollte sie nahe am Haus stehen, damit kein Verlust durch lange Rohre entsteht. Wichtig ist zum Beispiel auch, dass das Gebläse frei steht und nicht etwa so, dass eine Wärmepumpe durch den Wind die eigene kühle Abluft wieder einsaugt.
Wo eine Wärmepumpe steht, kann auch für den Geräuschpegel wichtig sein, auch wenn moderne Wärmepumpen leiser sind. Eine Hecke oder ein Rasen zum Beispiel kann Ventilatorengeräusche zum Teil schlucken. Das ist günstiger, als wenn das Gerät zwischen Garagen- und Hauswand oder anderen Wänden steht und die Geräusche womöglich dadurch noch verstärkt werden.
Worauf sollte man beim Kältemittel achten?
Das Kältemittel ist ein wichtiger Faktor bei der Frage, wie klimafreundlich eine Wärmepumpe ist. Einige Kältemittel können den Treibhauseffekt noch verstärken.
Hier gibt der GWP-Wert - der Global Warming Potential-Wert - Auskunft: Je niedriger er ist, desto geringer ist der klimaschädliche Effekt. Verbraucherschützer empfehlen, darauf zu achten, dass der Wert möglichst niedrig ist.