Die ersten heißen Tage des Jahres 2025 liegen hinter uns, doch der Sommer beginnt erst und dürfte uns weitere Hitze bringen. Durch den Klimawandel werden hohe Temperaturen deutlich über 30 Grad auch in den kommenden Jahren im Sommer üblich.
Viele fragen sich deshalb, wie es gelingt, zu Hause kühlere Temperaturen hinzubekommen. Eine Option sind Wärmepumpen.
- Wie funktioniert das Kühlen mit Wärmepumpen?
- Vor- und Nachteile der aktiven und passiven Kühlung
- Was kühlt besser: Wärmepumpe oder Klimaanlage?
- Die Kosten für eine Wärmepumpe
- Split-Klimagerät als Alternative
Wie funktioniert das mit dem Kühlen bei Wärmepumpen?
Das Ziel einer Kühlung mit Wärmepumpe: Die Wärme wird aus dem Haus nach außen geleitet. Bei den großen Wärmepumpen, die in vielen Neubauten als Alleinheizung verbaut werden, gibt es zwei verschiedene Kühlmöglichkeiten: aktive und passive Kühlung.
- Passiv kühlen geht nur mit Erdwärme- oder Grundwasserwärmepumpen. Dabei nutzt die Wärmepumpe die Kälte aus dem Erdreich bzw. dem Grundwasser und pumpt dann kaltes Wasser durch den Heizkreislauf im Haus.
- Die aktive Kühlung funktioniert mit Luft-Wasser-Wärmepumpen oder Luft-Luft-Wärmepumpen. Hier wird die Funktionsweise der Wärmepumpe umgedreht, und sie arbeitet quasi wie ein Kühlschrank.
Fragen und Antworten zu Wärmepumpen Neue Heizung: Lohnt sich der Einbau einer Wärmepumpe?
Die Nachfrage nach Wärmepumpen ist im ersten Quartal 2025 wieder deutlich gestiegen. Es spricht sich herum: Eine Wärmepumpe zum Heizen kann sich häufig lohnen und gefördert werden.
Man kann die Kühlfunktion bei Wärmenpumpen auch nachrüsten. Informationen zum Kühlen mit Wärmepumpen gibt auch der Bundesverband Wärmepumpe in seinem Internetangebot.
Vor- und Nachteile der aktiven und passiven Kühlung
| Aktiv | Passiv |
| Kann stärker herunterkühlen | Kühlt "moderater" (Experten sprechen von bis zu drei Grad) |
| Verbraucht mehr Strom, da die Wärmepumpe komplett in Betrieb ist | Kostengünstiger, da nur die Umwälzpumpe läuft, nicht die gesamte Wärmepumpe |
| Luft-Wasser-Wärmepumpen oder Luft-Luft-Wärmepumpen | Wärmepumpen mit Tiefenbohrung (Erdwärme- oder Grundwasserwärmepumpen) |
Da die aktive Kühlung mit höheren Energiekosten verbunden ist, lohnt sich diese Art der Kühlung vor allem dann, wenn die Wärmepumpe gekoppelt ist mit einer Photovoltaik-Anlage, die den Strom liefert.
Was kühlt besser: Wärmepumpe oder Klimaanlage?
Das hängt stark davon ab, wie genau jeweils das gesamte System rund um die Wärmepumpe aussieht. Aktiv kühlende Wärmepumpen erreichen erst einmal generell kühlere Temperaturen als passiv kühlende.
Dann kommt es aber auch darauf an, wie diese Kälte im Haus verteilt wird. Ganz schlecht bis gar nicht funktionieren konventionelle Heizkörper. Zwar gibt es inzwischen Wärmepumpen, die damit zum Heizen klarkommen, beim Kühlen fehlt damit aber Fläche.
Auf eine Kühlleistung im Mittelfeld kommen Fußboden-, Wandflächen- oder Deckenheizungen, also Systeme, die Wasser auf größerer Fläche durchs Haus schicken.
Am nächsten an ein Gefühl von Klimaanlage kommen Systeme heran, die zusätzlich mit Luft arbeiten, also kühle Luft in den Raum blasen. Aber: Wie beim Heizen brauchen Wärmepumpen auch beim Kühlen Zeit. Man spürt den Unterschied also nicht unmittelbar, kann die Temperatur aber längerfristig um mehrere Grad senken.
Das Gesamtergebnis beeinflussen zudem auch Faktoren wie die Dämmung des Hauses, Verdunklung der Fenster bei Sonneneinstrahlung und die Frage, ob man händisch lüftet oder es eine Lüftungsanlage gibt.
Letztlich kühlen Klimaanlagen schneller und in der Regel stärker. Für die Wärmepumpe sprechen aber in der Regel geringere Betriebskosten.
Die Kosten für eine Wärmepumpe
Bei großen Wärmepumpen sind Kosten- und Zeitaufwand hoch. Für ein Einfamilienhaus sind es im Durchschnitt Investition von 20.000 bis 40.000 Euro. Allerdings ist der jeweilige Kostenaufwand sehr individuell. Über die KfW fördert der Bund einen Teil der Kosten.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bietet einen Rechner für Hausbesitzer an: Hier können Sie herausfinden, ob das eigene Haus geeignet ist und was notwendig wäre für eine Wärmepumpe.
Split-Klimagerät: Kühlung kostengünstig und schnell nachrüsten
Eine günstige Alternative, die auch nach dem Wärmepumpenprinzip funktioniert, sind Split-Klimageräte. Diese Kleinwärmepumpen können mit relativ geringem Aufwand nachgerüstet oder auch ergänzend - zum Beispiel zu einer Gasheizung - eingesetzt werden.
Dafür wird beispielsweise an der Außenwand ein Wärmepumpenmodul installiert. An der Innenwand wird dann eine Lüftung - wie man das von Klimaanlagen kennt - angebracht, die kalte Luft in den Raum pustet. Wichtig: Bei Mietwohnungen muss vorher der Vermieter einem Einbau zustimmen.
Entscheidet man sich dafür, ein Split-Klimagerät nachzurüsten, fangen die günstigsten Single-Modelle bei etwa 600 Euro an, hinzu kommen die Montagekosten - denn Splitgeräte müssen von einem Fachbetrieb installiert werden. Für effizientere Varianten muss man mit einigen tausend Euro inklusive Einbau rechnen. Laut Stiftung Warentest, die Klimaanlagen getestet hat, unterscheiden sich Geräte teils stark bei Energieeffizienz und Lautstärke. Ein wichtiges Kaufkriterium ist zudem die Kühlleistung.
Je nachdem wie viele Räume ausgestattet werden sollen, kann es also relativ teuer werden. In Modellrechnungen bleibt man mit den Split-Klimaanlagen aber trotzdem auch für ein ganzes Haus oft unter den Kosten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Diese braucht schließlich auch noch einen Wasserheizkreislauf im Haus - also zum Beispiel eine Fußbodenheizung, und das kostet auch Geld.