Insgesamt 41 Fälle

Tagesvater soll Kinder missbraucht haben: Jugendamt sichert Betroffenen Hilfe zu

Ein Tagesvater im Rems-Murr-Kreis soll acht Kinder sexuell missbraucht und Kinderpornographie hergestellt haben. Er sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft.

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Von Autor/in Anna Knake

Einem Tagesvater aus dem Rems-Murr-Kreis wird unter anderem schwerer sexueller Missbrauch von Kindern und Schutzbefohlenen vorgeworfen. Das hat die Polizei am Mittwoch mitgeteilt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Verdächtigen auch die Herstellung kinderpornographischer Inhalte vor. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft.

Vorwurf: Kindesmissbrauch in insgesamt 41 Fällen

Der Mann war demnach bis zu seiner Festnahme im Oktober 2025 als Tagesvater tätig. Wie das Landratsamt nun mitteilte, hat der Mann über 12 Jahre 35 Kinder bei sich zuhause betreut, von denen das Landratsamt weiß. Gesichert wisse die Polizei von acht Kindern zwischen 0 und zwölf Jahren, die der Mann im Tatzeitraum von 2020 bis zu seiner Festnahme sexuell missbraucht habe. Insgesamt geht es demnach um 41 Missbrauchsfälle.

Verdacht auf Verbreitung von Kinderpornografie

Außerdem soll er in zwei Fällen sexuelle Handlungen der Kinder untereinander aufgezeichnet haben. Er steht auch unter Verdacht, Kinderpornografie hergestellt und anderen Personen zugänglich gemacht zu haben.

Psychologische Beratung für betroffene Kindern und Eltern

Laut Landratsamt hat es innerhalb der 12 Jahre, die der Verdächtige auch im Kontakt mit dem Jugendamt Kinder betreute, zwei Hinweise auf Probleme gegeben. Denen sei nachgegangen worden und sie hätten schnell geklärt werden können. Als das Jugendamt von den Ermittlungen gegen den Mann erfuhr, hat es demnach sofort dem Beschuldigten die Pflegeerlaubnis entzogen und damit das Betreuen von Kindern untersagt. Die betroffenen Eltern wurden laut Landratsamt sofort über die Vorwürfe informiert. Der Jugendamts-Leiter Holger Gläss teilte am Mittwoch mit, die betroffenen Familien würden nun durch seine Behörde begleitet. Außerdem bekämen sie Hilfsangebote wie beispielsweise psychologische Beratung durch die Anlaufstelle gegen sexualisierte Gewalt.

Ermittlungen in Online-Netzwerk führten zur Festnahme

Der Tatverdacht ergab sich laut Staatsanwaltschaft aus Ermittlungen der bayerischen Behörden in einem Netzwerk im Internet. Im Oktober 2025 ist der Angeschuldigte festgenommen worden, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Er habe die Taten zugegeben, heißt es. Die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe hat Anklage gegen ihn erhoben.

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