Rund 6.500 Narren aus 104 Vereinen sind am Sonntag durch Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) gesprungen. Der Narrensprung war der Höhepunkt des Landesnarrentreffens 2026. Mehrere Tausend Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten den Umzug ab 13:33 Uhr. Für die Veranstalter war das Spektakel auch mit hohen Auflagen und großem Aufwand verbunden.
"Die Filderer": Traum geht in Erfüllung
Die Ausrichter des Landesnarrentreffens und des Narrensprungs sind "Die Filderer", die in diesem Jahr 60. Jubiläum feiern. Dass das gleichzeitig geklappt hat, "ist ein Traum, der in Erfüllung geht", sagte deren Präsident Markus Schumann dem SWR. Für diese Veranstaltung hätten 500 Ehrenamtliche und rund 70 Sicherheitskräfte mitgearbeitet. Zähle man noch die Beteiligten der Stadt Leinfelden-Echterdingen dazu, so Schumann, lande man bei rund 1.000 Mitwirkenden.
Als Verein allein könne man eine solche Veranstaltung nicht mehr stemmen. Deshalb ist Schumann dankbar für die Unterstützung von allen Seiten. Arbeit gab es genug: Straßenabsperrungen aufstellen, ein Einsatzzentrum einrichten, sich auf Szenarien einstellen. In der Vorbereitung sind etwa auch Poller von anderen Städten wie Göppingen ausgeliehen worden.
Landesverband fordert Diskussion um Sicherheit
Steffen May ist Präsident des Landesverbands Württembergischer Karnevalsvereine. Er beobachtet die Entwicklung schon länger. Es werde immer schwieriger, solche Veranstaltungen zu organisieren. Allein für das Sicherheitskonzept einen hohen fünfstelligen Betrag bezahlen zu müssen, würde ohne die Mithilfe der Kommunen nicht funktionieren, sagte May dem SWR. Das müsse anders werden, "ansonsten werden wir solche Umzüge mit so vielen Menschen nicht mehr durchführen können".
May fordert einheitliche Regeln landesweit. Bislang würden diese regional sehr unterschiedlich ausgelegt. Zudem will er eine Diskussion darüber, wie viel Sicherheit man auf solchen Veranstaltungen brauche - und wie viel nicht. Wenn Umzüge nicht mehr organisierbar seien, so May, habe niemand etwas gewonnen.
Narrensprung: Teilnehmende und Publikum haben großen Spaß
Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Umzuges hat die Veranstaltung jedenfalls Spaß gemacht. Es gehe um das Gemeinsame und darum, die Tradition zu pflegen, sagte etwa eine Narrin vom Narrenbund Neuhausen (Kreis Esslingen) dem SWR. Eine Narrin vom Wilden Heer aus Röhlingen bei Ellwangen (Ostalbkreis) schätzt die Vielfalt und die Gelegenheit, andere Gruppierungen aus dem Land zu treffen. Dem Publikum geht es ähnlich - darunter waren viele Hexenfans, Fasnets-Interessierte und Traditionalisten. Eine Frau sagte, es komme nicht so häufig vor, dass man das Landesnarrentreffen mit der Bahn ansteuern könne.