Unbekannte haben an die Fassaden von zwei Schulen in Ludwigsburg arabische und englische Schriftzüge geschmiert. Diese sollen Sympathie für die islamistische Terrororganisation IS ausdrücken, teilte die Polizei mit. Nach Prüfung durch Experten sehen die Ermittler keinen Anlass zur Sorge. Um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen, sind am Freitag Streifen rund um die betroffenen Schulen unterwegs. Die Polizistinnen und Polizisten seien auch für Eltern ansprechbar.
Mörike-Gymnasium: Rund 100 Schüler nicht in der Schule
Am betroffenen Mörike-Gymnasium wurden die Schmierereien vergangene Woche entdeckt, teilte Rektorin Sylvia Jägersberg am Freitag auf SWR-Nachfrage mit. Besonders auffällig sei gewesen, dass die Schriftzüge von einem Datum begleitet wurden, nämlich diesem Freitag, 5. Dezember. "Da es in Arabisch geschrieben war, wurde das erst später entdeckt", so die Rektorin. Auch am benachbarten Goethe-Gymnasium wurden Schmierereien entdeckt.
Da die Polizei keine Bedrohungslage sieht, laufe der Schulbetrieb am Freitag ganz normal weiter, so Jägersberg. Trotzdem seien viele Kinder zuhause geblieben. Die Schulleiterin spricht von etwa 100 Schülerinnen und Schülern.
Polizei Ludwigsburg warnt vor Falschmeldungen
Auch die Polizei berichtet von etlichen Anrufen besorgter Eltern. Gerade durch Social Media und WhatsApp-Gruppen würden sich solche Fälle schnell hochschaukeln, so ein Polizeisprecher. Aktuell würden im Internet Gerüchte verbreitet, denen zufolge es in Ludwigsburg eine Terrorwarnung für den Weihnachtsmarkt und Ludwigsburger Schulen gebe.
Dazu schreibt das Polizeipräsidium Ludwigsburg in einer Pressemitteilung wörtlich: "Es handelt sich dabei um eine FALSCHMELDUNG! Bitte beteiligen Sie sich nicht an derartigen Gerüchten und halten Sie sich an offizielle Quellen." Die besagte Meldung sei haltlos und verursache ausschließlich grundlose Panik.
Parolen entfernt - Staatsschutz ermittelt
Die Stimmung bei denen, die am Freitag in der Schule sind, sei allerdings ruhig und gelassen, teilte die Schulleiterin weiter mit. Sylvia Jägersberg äußerte Verständnis für Eltern und Kinder, die sich wegen des Vorfalls sorgten. Die Schule werde weiterhin alles tun, um Kindern, die eventuell Sorgen haben, zu helfen.
Dass die Parolen auf der Mauer des Mörike-Gymnasiums von Schülern ihrer eigenen Schule geschrieben wurde, schließt die Schulleiterin übrigens aus: "Ich glaube, da gibt es eine immense Hemmschwelle." Die Schmierereien seien inzwischen entfernt worden. Die Ermittlungen zu dem Fall hat der Staatsschutz übernommen, so das Polizeipräsidium Ludwigsburg.