Fast 31 Prozent weniger Gewinn

Gewinn bei Mercedes bricht ein - Konzern sieht sich dennoch auf Kurs

Zölle, Absatzflaute, Stellenabbau: Der Gewinn beim Stuttgarter Autobauer ist stark eingebrochen. Als Grund nennt Mercedes unter anderem die stark sinkenden Absätze in China.

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Stand

Der Gewinn des Autobauers Mercedes-Benz ist im dritten Quartal - im Zeitraum zwischen Juli und September - stark eingebrochen. Das Konzernergebnis sackte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 31 Prozent von 1,71 Milliarden Euro auf 1,19 Milliarden Euro ab, wie der Stuttgarter Autobauer mitteilte. Vorstandschef Ola Källenius sagte, die Quartalsergebnisse stünden im Einklang mit der Prognose für das Gesamtjahr.

Somit ist der Gewinn des Autobauers in den ersten neun Monaten des Jahres um die Hälfte zurückgegangen. Das Konzernergebnis sackte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50,3 Prozent von 7,80 Milliarden Euro auf 3,87 Milliarden Euro ab, wie Mercedes-Benz mitteilte. Als Gründe dafür führte das Unternehmen unter anderem Zölle, geringere Absatzzahlen und Aufwendungen für Effizienzmaßnahmen an.

Personalabbau: Abfindungen, Sparprogramm

Allein im dritten Quartal hat Mercedes nach eigenen Angaben 876 Millionen Euro für das Personalabbauprogramm in Deutschland und Optimierungsprogramme im Ausland ausgegeben. Das sei ein Grund, warum der Gewinn bei Mercedes in diesem Zeitraum massiv geschrumpft ist. Das drückt den Gewinn deutlich. Wie viele Menschen in Deutschland das Unternehmen verließen, wurde nicht mitgeteilt.

Mercedes-Finanzchef Harald Wilhelm gab sich dennoch überzeugt vom Sparkurs des Konzerns. Der Personalabbau könne das Unternehmen in diesem Jahr insgesamt zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro kosten. Schon ab 2026 sollte Mercedes dank der Maßnahmen allerdings Geld sparen. In einem Zeitraum von rund zwei Jahren könnten die derzeitigen Ausgaben wieder eingeholt sein.

Chipmangel und E-Mobilität machen den Herstellern zu schaffen

Der Autoindustrie bereiten derzeit Lieferprobleme beim Chip-Hersteller Nexperia Sorgen. Mercedes-Chef Ola Källenius sprach von einem politisch bedingten Engpass, der vor allem zwischen den USA und China gelöst werden müsse.

Mercedes-Benz sucht bereits nach alternativen Lieferanten. Welche Folgen die Engpässe für die Produktion haben werden, ist bislang unklar. Zuletzt hatte Volkswagen vor möglichen Ausfällen gewarnt.

Insgesamt steckt die exportorientierte deutsche Autoindustrie in einer schwierigen Phase. Der Wandel zur Elektromobilität, verschärfte EU-Klimavorgaben und der wachsende Konkurrenzdruck aus Asien setzen die Hersteller unter Druck. Die Branche fordert daher neue Kaufanreize für Elektroautos und einen flexibleren Übergang zum emissionsfreien Antrieb.

Wie steht es um die Mercedes-Aktie?

Insgesamt gibt der Konzern Sondereffekte in Höhe von 1,34 Milliarden Euro an. Das um Sondereffekte, Zinsen und Steuern bereinigte Ergebnis (bereinigtes EBIT) lag demnach bei 2,1 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch gut 2,5 Milliarden gewesen - etwa 17 Prozent mehr.

An der Börse sind die Quartalszahlen gut angekommen. Die Aktien von Mercedes sind am späten Mittwochvormittag im Plus. Kursaufschläge von mehr als fünf Prozent bedeuten die Spitzenposition bei den Dax-Werten.

So will Mercedes die Profitabilität steigern

Um die Profitabilität wieder zu steigern, hatte der Vorstand im Februar ein Sparprogramm angekündigt: Die Produktionskosten sollen bis 2027 um zehn Prozent sinken, ebenso die Fixkosten. Auch die Materialkosten sollen verbessert werden. Laut dem Management sollen mit dem Programm insgesamt rund fünf Milliarden Euro im Vergleich zu früheren internen Planungen eingespart werden.

Gewinn bei Mercedes bricht ein: Schwache Geschäfte in China und USA

Auch die Zahl der verkauften Fahrzeuge ging deutlich zurück. Besonders das Geschäft in China und den USA blieb schwach. Von Juli bis September setzte der Autobauer 525.300 Pkw und Vans an die Händler ab - zwölf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

In den ersten neun Monaten des Jahres steht bei Mercedes für Pkw und Vans nun insgesamt ein Minus von neun Prozent auf rund 1,6 Millionen Fahrzeuge in den Büchern. Bereits 2024 war der Absatz angesichts der Krise in der Autoindustrie um vier Prozent auf knapp 2,4 Millionen gesunken. Einzig Elektroautos und Hybride verkauften sich sowohl im Pkw-Segment als auch bei den Vans etwas besser.

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