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"New Food Festival": Wenn der Roboterhund durch den Weinberg läuft

Wie lässt sich die Lebensmittelbranche revolutionieren? Roboterhunde, Strohhalme aus Krebsteilen und vegane Salami aus dem Labor könnten die Antwort darauf sein.

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Von Autor/in Luisa Bleich, Siri Warrlich

Hey zusammen, ich bin Luisa Bleich, Redakteurin im Studio Stuttgart. Auf dem zweiten "New Food Festival" an der Universität Hohenheim haben Start-ups und Unternehmen diese Woche ihre Ideen für die Lebensmittelbranche der Zukunft vorgestellt. Von Roboterhunden, die Weinberge nach Schädlingen absuchen, bis hin zu Strohhalmen aus Krebs-Schalen waren einige interessante Ideen dabei. Die will ich jetzt mal genauer unter die Lupe nehmen.

Roboterhund sucht mit KI nach Schädlingen

Auf den ersten Blick fragt man sich vielleicht, was ein Roboter mit Lebensmitteln zu tun hat. Mir ging es zumindest so, als ich zum ersten Mal von Roboterhund Odie gehört habe. Odie könnte in Zukunft aber dafür sorgen, dass die Traubenernte optimiert wird - und es mehr Wein gibt.

Der Roboterhund ist ein Forschungsprojekt der Universität Hohenheim und soll in Zukunft mit KI funktionieren. Er kann den Pflanzen ganz nah kommen und ist dabei so vorsichtig wie ein Mensch. Odie kann Fotos von den Pflanzen machen und sie an den Weinberg-Besitzer schicken. Der Weinbauer kann so sehen, wo noch bewässert oder gedüngt werden muss. Das sei gerade in Zeiten des Klimawandels wichtig und könnte die Ernte optimieren, so Nils Lüling von der Uni Hohenheim.

"Sind vielleicht schon Pflanzenkrankheiten zu sehen, die man an den Blättern erkennen kann? Oder Insektenbefall zu erkennen, Schimmelbefall zu erkennen? So etwas ist alles schon per KI möglich mit dem Kamerabild, das können wir dann mit unserem Roboter umsetzen. Weil der auch sehr nah an die Pflanzen rankommt - im Vergleich zu einer Drohne beispielsweise", so Lüling weiter.

Die Hardware von Odie stammt aus China und ist in der günstigsten Variante ab etwa 2.000 Euro zu haben. Die Technik werde aber günstiger, und die Roboter würden gleichzeitig immer intelligenter. In Zukunft könnten Roboter wie Odie also regelmäßig in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen, meint Lüling.

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Strohhalme aus Schale von invasiver Krebs-Art

Das Thema Nachhaltigkeit war auch ein wichtiger Punkt auf dem "New Food Festival". Das Start-up "Merall" hat zum Beispiel seine Strohhalme aus Bio-Plastik mitgebracht. Statt herkömmlichem Plastik bestehen die Strohhalme aus dem Panzer des Marmorkrebs - der ist beispielsweise in manchen Badeseen in Deutschland heimisch und vermehrt sich so schnell, dass er teilweise zum Problem wird.

"Merall" stellt aber nicht nur Strohhalme her, sondern auch Lebensmittel-Verpackungen oder Löffel. Das aus den Schalentieren gewonnene Bioplastik ist biologisch abbaubar.

Limonade aus Kaffeekirschen

Jeder kennt wohl die klassische Zitronenlimonade - beim "New Food Festival" gibt es aber auch Limonade aus Kaffeekirschen. Was das ist? Kaffeekirschen sind die Steinfrüchte der Kaffeepflanze und eigentlich ein Nebenprodukt bei der Kaffeeernte.

ein Strauch mit Kaffeekirschen
So sehen Kaffeekirschen am Strauch aus. Rote Kirschen können geerntet werden, die grünen sind noch nicht reif. IMAGO / blickwinkel

Kaffeekirschen werden meistens als Düngemittel oder für Instant Coffee verwendet, erklärt Unternehmensgründer Matthias König. Sein Hofladen-Kollektiv "Foodflows" arbeitet direkt mit brasilianischen Bauern zusammen, um qualitativ hochwertige Kaffeekirschen zu erhalten. Die werden dann getrocknet und zur Grundlage der Limonade weiterverarbeitet.

Die Kaffeekirsche zu verarbeiten sei gut für die Bauern, so König: "Der Bauer kann mehr aus der gleichen Pflanze produzieren und zusätzliches Einkommen generieren neben den Kaffeebohnen." Die Kirsche habe aber auch Vorteile für die Konsumentinnen und Konsumenten. "Die Kaffeekirsche hat interessante Inhaltsstoffe wie Mineral-, Ballaststoffe und auch Koffein."

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Weitere Food-Trends auf dem "New Food Festival"

Neben nachhaltigen Strohhalmen und der speziellen Limonaden-Sorte gab es auf dem Festival aber noch mehr zu entdecken: Das Unternehmen "Roots Radicals" verarbeitet beispielsweise Gemüse, das es wegen kleiner Mängel nicht in den Supermarkt geschafft hat und wahrscheinlich im Müll gelandet wäre. Aus grünen, also unreifen Tomaten wird so beispielsweise Tomaten-Marmelade:

Social-Media-Beitrag auf Instagram von rootsradicals.berlin

Lisa Berger von der Uni Hohenheim hat mit ihrem Team eine vegane Salami hergestellt. Der Herstellungsprozess der veganen Alternative sei dem des Originals angelehnt, heißt es in einer Mitteilung der Uni. Die vegane Salami ist deswegen auch eine "Rohwurst" - anders als andere vegane Salami-Alternativen.

Und auch für die Gastronomie wurden neue Ideen vorgestellt: Unter anderem ein Indoor-Gardening-System, mit dem Restaurants ihre Kräuter selbst anziehen können.

Warum es das "New Food Festival" braucht

Das "New Food Festival" hat schon zum zweiten Mal stattgefunden. Im vergangenen Jahr wurden beispielsweise veganer Käse aus Bio-Ackerbohnen und Kuchen aus dem 3D-Drucker vorgestellt. Das Ziel: Die Lebensmittelbranche zukunftssicher zu machen. Denn die steht aktuell bereits unter Druck.

Mark Leinemann hat das Festival im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. Er ist der Gründer des Branchenverbands Crowdfoods und berichtet beispielsweise von Ernteausfällen und Lieferkettenproblemen. Die Folge: Lebensmittel werden teurer.

Wir merken das in den Regalen. Kaffee wird teurer, Olivenöl ist teurer, manchmal fehlen bestimmte Produkte auch im Regal.

In diesem Jahr waren rund 50 Ausstellende und etwa 350 Teilnehmende beim "New Food Festival" - aus der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft, der Gastronomie, dem Handel und der Forschung. Einige Produkte, die hier vorgestellt wurden, sind aber noch in der Forschungsphase.

Voting: Was findet ihr am besten?

Welche Idee findet ihr am spannendsten?

In der vergangenen Woche wollten wir von euch wissen, vor welchem Tier ihr am meisten Angst habt. Die meisten Stimmen (30,7 Prozent) bekam die Antwort: "Spinnen, Skorpione und Schlangen", ganz knapp dahinter (30,5 Prozent) folgte die Antwort: "Tiger und andere Raubkatzen wie Löwe, Jaguar oder Leopard".

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