Prozessbeginn terminiert

Olgaeck: Ein Jahr nach dem tödlichen Unfall

Vor einem Jahr wurden bei einem Unfall am Stuttgarter Olgaeck acht Menschen verletzt. Eine Frau starb später in der Klinik. Die Diskussionen um die Verkehrssicherheit halten an.

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Von Autor/in Kerstin Rudat

Vor einem Jahr, am 2. Mai 2025, fuhr ein 43-jähriger Autofahrer am Olgaeck in Stuttgart in eine Gruppe Menschen, die am Übergang der Stadtbahn-Haltestelle warteten, um die B27 überqueren zu können. Acht von ihnen wurden teils schwer verletzt, darunter fünf Kinder. Eine 46 Jahre alte Frau erlag später am Abend im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Olgaeck: Diskussion um Verkehrssicherheit hält an

Noch immer legen Anwohnerinnen und Anwohner von Zeit zu Zeit an der Unfallstelle Blumen nieder oder stellen eine Kerze auf. Sie wollen das Gedenken an den tödlichen Unfall aufrechterhalten - und die Diskussion um eine bessere Verkehrssituation an der komplizierten, teils engen Kreuzung.

Bereits direkt nach dem Unfall wurden Forderungen nach einer konsequenten Verkehrsneuordnung am Olgaeck laut. Dabei steht vor allem die Frage im Raum, ob Fußgängerinnen und Fußgänger besser über die Kreuzung geführt werden könnten. Im Bezirksrat Mitte wurden dauerhafte Blitzer und weitere Maßnahmen diskutiert.

Die Stadt führte ein paar Monate nach dem Unfall hier Tempo 30 ein. Möglich wurde dies, weil der Knotenpunkt auch ein Schulweg ist. Der Unfallfahrer war zwar nicht mit überhöhter Geschwindigkeit am 2. Mai 2025 unterwegs gewesen. Dennoch hatte eine Expertengruppe an diesem komplexen Verkehrsknotenpunkt Tempo 30 empfohlen. Zuvor galt hier Tempo 40.

 Tempo 30 wird weiterhin am Olgaeck kontrolliert

Auf SWR-Anfrage teilte die Stadt jetzt mit, dass die Einhaltung des Tempolimits regelmäßig überwacht werde. "Die bisherigen Auswertungen zeigen, dass sich der Großteil der Verkehrsteilnehmenden an die Vorgaben hält", heißt es aus dem zuständigen Ordnungsamt. Trotzdem komme es zu Verstößen, weshalb die Kontrollen weitergeführt würden. Ziel sei, die "Einhaltung dauerhaft zu stabilisieren und die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen".

Weiteres Gutachten zur Sicherheit noch in Erarbeitung

Auch der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hatte eine Überprüfung der Verkehrssicherheit und einen Umbau am Olgaeck gefordert. Ein Gutachten dazu, das sogenannte Sicherheitsaudit, ist noch nicht abgeschlossen, so ein Sprecher der Stadt. Ziel des Audits ist den Angaben nach, die Verkehrssituation umfassend zu analysieren: Verkehrsführung, Sichtbeziehungen und wo genau die Konfliktpunkte zwischen den verschiedenen Verkehrsarten liegen. Dann soll geschaut werden, wie sich die Verkehrssituation durch bauliche oder verkehrstechnische Maßnahmen verbessern lässt.

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Das Gutachten dauere so lange, weil das Olgaeck ein komplexer und weiträumiger Verkehrsknoten ist, so die Stadt. Neben den verschiedenen Wegen ist zu beachten, dass auch fünf Stadtbahn- und drei Buslinien über die Kreuzung führen. Zusätzlich beschäftige sich eine extra eingerichtete Projektgruppe mit der Verkehrssicherheit am Olgaeck.

Amtsgericht Stuttgart: Prozessbeginn terminiert

Im Dezember wurde Anklage gegen den Unfallfahrer erhoben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung in acht Fällen sowie fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs vor. Laut Anklage soll der Mann wegen vorangegangenem Betäubungsmittel- und Arzneimittelkonsums zum Zeitpunkt des Unfalls fahruntüchtig gewesen sein.

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Inzwischen wurde auch das Verfahren terminiert. Der Prozess gegen den 43-Jährigen beginnt demnach am 20. Mai vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Stuttgart, wie das Gericht am Donnerstag bekanntgab. Das Gericht hat neun Zeugen und zwei Sachverständige geladen, und es beteiligen sich Nebenkläger am Verfahren.

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Kerstin Rudat
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