Ohne es zu wissen soll ein Stuttgarter Auktionshaus zwei gefälschte Picasso-Werke verkauft haben. Wie das Landeskriminalamt (LKA) am Montag mitteilte, liegt der Betrug selbst schon ein paar Jahre zurück. Bei zwei weiteren Werken fiel die Fälschung demnach rechtzeitig auf. Eines der versteigerten Werke beschlagnahmten Behörden später bei einer Kunsthandlung im rheinland-pfälzischen Worms, das andere befindet sich in Österreich.
Betrugsversuche bei Auktionshäusern in BW
"Aufgrund der Erkenntnisse veranlasste das Bundeskriminalamt im Januar 2023 gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Kunsthändler einen bundesweiten Warnhinweis", so das LKA. Daraufhin hätten sich drei weitere Auktionshäuser aus Baden-Württemberg gemeldet, weil ihnen der Beschuldigte entsprechende Werke angeboten habe. "Die Landeskriminalämter Baden-Württemberg und Berlin waren mit ihren Fachbereichen für Kunst- und Kulturgutkriminalität seit mehreren Jahren in die Ermittlungen eingebunden", teilte das LKA weiter mit.
Bei den in den internationalen Kunsthandel eingeschleusten Weken soll es sich um professionell hergestellte Fälschungen aus der Reihe "Suite Vollard" von Picasso gehandelt haben. Die echte "Suite Vollard" umfasst 100 graphische Werke, die Pablo Picasso auf Anregung des Kunsthändlers und Verlegers Ambroise Vollard von 1930 bis 1937 schuf.
Mit Kaffee und Tee zur Kunstfälschung?
Im Juli stellte die italienische Polizei bei dem Verdächtigen in Rom mehr als 100 gefälschte Kunstwerke sicher. "Zur Echtheitsprüfung der Werke wurde das Papier künstlichen Alterungsverfahren wie Kaffee- oder Teebädern unterzogen und anschließend mit der Signatur des nachgeahmten Künstlers versehen", berichtet die italienische Polizei. Sie schätzt, bei einem Verkauf hätten die Käufer insgesamt rund eine Million Euro für die Fakes ausgegeben.