Mehr Polizei rund um die "CSD-Hocketse"

Anschlag auf CSD in Berlin: Stuttgarter Team gedenkt der Opfer

Der Angriff auf den Berliner CSD schockiert auch in Stuttgart viele Menschen. Das Team des Stuttgarter CSD hat nun aus dem Vorfall erste Konsequenzen gezogen.

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Von Autor/in Christian Spöcker

Nach dem Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) wird die Polizeipräsenz in Stuttgart rund um die sogenannte "CSD-Hocketse" erhöht. Das sei kurzfristig so entschieden worden, teilte eine Polizeisprecherin dem SWR am Mittag auf Nachfrage mit. Dies betreffe die Innenstadt sowie den Marktplatz und den Schillerplatz, heißt es vom Stuttgarter CSD-Verein am Sonntag nach einer Anfrage. "Auch unser Sicherheitsdienst wurde nochmals umfassend informiert und zu erhöhter Wachsamkeit angehalten."

Stuttgarter CSD-Verein: Bestehendes Sicherheitskonzept funktioniert

Das bestehende Sicherheitskonzept, das vor der Veranstaltung entwickelt wurde, müsse aber nicht angepasst werden: "Eine unautorisierte Zufahrt mit Fahrzeugen auf den Markt- und Schillerplatz ist nicht möglich; sämtliche Zufahrtsmöglichkeiten sind mit entsprechenden Zufahrtsschutzmaßnahmen gesichert", so der Verein. Wer sich unsicher fühle, könne sich außerdem jederzeit an das Awareness-Team wenden.

Auf der Bühne vor dem Stuttgarter Rathaus treten bei der "CSD-Hocketse" seit Freitag unter anderem Artists, Musical-Ensembles und Drag-Acts auf. Die für Sonntag geplanten Auftritte sollen trotz des Angriffs auf den Berliner CSD stattfinden, teilte der Verein mit. Man wolle aber der Opfer des Angriffs gedenken, hieß es in einer Mitteilung. Nach Angaben des Teams handelte es sich bei der "CSD-Hocketse" um das "vermutlich größte queere Straßenfest in Baden-Württemberg". Mit dem dreitägigen Fest feierte der Verein seit Freitag sein 25-jähriges Bestehen.

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CSD in Berlin und Stuttgart fanden fast zeitgleich statt

Am Samstagnachmittag nahmen mehrere tausend Menschen an der traditionellen CSD-Demonstration in Stuttgart teil. Die Veranstaltung fand nahezu zeitgleich mit dem Berliner CSD statt. In Berlin wurde am späten Abend eine Frau getötet, mehrere weitere Menschen wurden schwer verletzt, nachdem jemand mit einem Van in eine Menschengruppe gefahren war. Die Berliner Polizei fahndet nach einem 21 Jahre alten Tatverdächtigen, den die Ermittler der islamistischen Szene zurechnen.

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Das Team von "Stuttgart Pride" reagierte betroffen auf die Ereignisse in Berlin. "Wir sind zutiefst erschrocken und traurig darüber, was heute in Berlin passiert ist", hieß es in einem Statement, das in der Nacht in sozialen Medien veröffentlicht wurde. Das Team sprach "den Opfern, Angehörigen und Zeugen der Tat sowie den Veranstaltern des Berliner CSD" Mitgefühl aus.

Riccardo Simonetti entsetzt über Angriff in Berlin

Auch der Entertainer Riccardo Simonetti äußerte sich bestürzt über den tödlichen Angriff. "Mir ist sofort richtig schlecht geworden", schrieb der 33-Jährige auf Instagram. Simonetti hatte am Samstag am CSD in Stuttgart teilgenommen. Der Tag sei wunderschön und friedlich gewesen, schrieb er als Teil eines längeren Statements. "Das ist ein Privileg, das tragischerweise nicht jedem Menschen möglich ist." Als er am Morgen die Nachrichten aus Berlin gelesen habe, habe er nicht glauben können, "dass das wirklich passiert sein soll".

Polizei: Stuttgarter CSD-Wagen der CDU wurde blockiert

Die Stuttgarter Polizei hatte am Samstagabend mitgeteilt, beim CSD sei es nur zu wenigen Zwischenfällen gekommen, man ziehe daher insgesamt eine positive Bilanz. Es seien zwölf Straftaten erfasst worden, wobei es sich meist um Körperverletzungsdelikte und Beleidigungen gehandelt habe. Sechs Personen hätten von der Polizei einen Platzverweis erhalten. "Kurzzeitig blockierten gegen 16.40 Uhr fünf bis zehn Personen mutmaßlich aus dem linken Spektrum einen Aufzugswagen der CDU", so die Stuttgarter Polizei. Ordner hätten die Blockade bereits vor Eintreffen der Einsatzkräfte aufgelöst und die Tatverdächtigen seien in der Menge verschwunden. Nun werde versucht, sie zu identifizieren.

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Christian Spöcker
Christian Spöcker, SWR