Porsche SE will Plattform für Rüstungs-Investitionen aufbauen
Die Porsche SE sieht ein erhebliches Entwicklungspotenzial im Verteidigungs- und Sicherheitssektor und will davon profitieren. Der grundsätzliche Fokus auf Mobilitäts- und Industrietechnologie soll bleiben, so Hans Dieter Pötsch, Vorstandsvorsitzender der Porsche SE. Das Unternehmen beobachte aber Themen wie Verteidigungsfähigkeit, Sicherheit und europäische Resilienz genau und wolle sich verstärkt im Verteidigungs- beziehungsweise verteidigungsnahen Bereich engagieren.
In einem ersten Schritt will die Holding eine Plattform für Investitionen in aufstrebende Technologieunternehmen im Verteidigungsbereich aufbauen - allerdings nicht allein, sondern in Zusammenarbeit mit weiteren Investoren. Das Ziel sei, eine Brücke zwischen innovationsorientiertem Kapital und sicherheitsrelevanten Technologien zu schlagen.
Um das zu schaffen, will die Porsche SE einen "Defense Day" ausrichten. Bei dieser Veranstaltung sollen sich deutsche und europäische Familienunternehmen vernetzen, die Interesse an Investitionen im Verteidigungssektor haben.
Holding hat bereits Beteiligungen im Verteidigungssektor
Die Porsche SE ist an mehreren Unternehmen beteiligt, die sogenannte dual-use-fähige Technologien haben - also Technologien, die in der Industrie angewandt werden können, aber auch in der Verteidigung.
Darunter ist etwa das Unternehmen Isar Aerospace, das Trägerraketen für den Transport von Satelliten entwickelt und produziert. An diesem Unternehmen hält die Porsche SE seit Sommer 2021 nach eigenen Angaben eine Beteiligung im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Die Holding ist außerdem seit September 2024 am Unternehmen Quantum Systems beteiligt. Es entwickelt und produziert laut Porsche SE Drohnen für die sensorgestützte Datenerfassung sowie für Überwachungs- und Aufklärungszwecke.
Das kann Luftüberwachung von Infrastruktur sein, aber auch ein Einsatz im Katastrophenschutz und in anderen Bereichen, in denen Sensordaten aus der Luft erfasst und ausgewertet werden müssen.
Halbjahreszahlen der Porsche SE enttäuschen: Gewinn eingebrochen
Der bereinigte Nettogewinn der Porsche SE brach im ersten Halbjahr um fast die Hälfte auf 1,1 Milliarden Euro ein. Das liegt vor allem an den Ergebnissen bei Volkswagen und dem Sportwagenbauer Porsche AG - bei beiden war der Gewinn zurückgegangen.
Unter dem Strich stand bei der Porsche SE sogar nur noch ein Gewinn von 338 Millionen Euro. Deswegen musste die Holding auch die Prognose für das Gesamtjahr senken: Zu erwarten sei jetzt ein bereinigter Gewinn von 1,6 bis 3,6 Milliarden Euro. Die Spanne liegt 800 Millionen Euro unter den vorherigen Zielen.