Trotz angespannter Haushaltslage wollen das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart an der Sanierung und Modernisierung der Stuttgarter Staatstheater festhalten. Das hat die Projektgesellschaft Württembergische Staatstheater (ProWST) am Montag mitgeteilt. Damit das gelingt, müssten die Pläne für die Interimsspielstätte abgespeckt werden. Wie genau, dazu gibt es allerdings bislang nur vage Informationen. Am Donnerstag, 30. Juli, soll die abgespeckte Interimsversion Thema im Stuttgarter Gemeinderat sein.
Olschowski und Özdemir werben für Opernsanierung
"Ohne Interim ist das Staatstheater mit Oper und Ballett von Weltrang in seiner Existenz bedroht", betonte Kunstministerin Petra Olschowski (Grüne). Deshalb halte man an der geplanten Interimsoper an den Wagenhallen im Stuttgarter Norden fest. Denn bei der Sanierung des Littmann-Baus, also des historischen Operngebäudes im Oberen Schlossgarten, handelt es sich um einen "fundamentalen Eingriff", so auch Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU). Solche Sanierungsarbeiten seien unter laufendem Betrieb nicht möglich.
Wir bekennen uns als Land vollumfänglich zu dem Projekt.
Auch Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) stellte sich hinter die Opern-Sanierung. Gerade in der jetzigen Zeit brauche es Orte, an denen man zusammenkommen kann. Außerdem genieße das Opernhaus deutschlandweit ein hohes Ansehen und ist sehr gut besucht, da sind sich die beiden Grünen-Politiker einig. "Die Oper hat eine Auslastung von rund 90 Prozent, Ballett nahezu 100 Prozent. Das finden sie deutschlandweit nicht noch einmal", so Kunstministerin Olschowski.
Baukosten reduziert - Zeitplan bleibt unberührt
Deshalb haben Stadt und Land als Projektpartner die Pläne überarbeitet. Laut ProWST hat man eine kompaktere, kleinere, aber trotzdem funktionale Lösung für die Interimsspielstätte gefunden. Der Fokus: Kosten einsparen. So soll nun die Fläche für das Provisorium um fast 40 Prozent schrumpfen. Das betreffe hauptsächlich Foyer- und Lagerflächen. Zudem soll es weniger Sitzplätze geben.
Trotzdem seien auch in der Ersatz-Oper große Ballettaufführungen möglich, versichert die Projektgesellschaft. Die Oper soll ihr gesamtes Repertoire auch am Interimsstandort zeigen können. Auch der aktuelle Terminplan für einen Start der Ausweichspielstätte im Jahr 2033 könne gehalten werden. Möglich mache das eine insgesamt vereinfachte Bauausführung.
Ministerpräsident zu "Grombiera" und Kultur Kretschmann: Land steht weiter zur teuren Sanierung der Oper Stuttgart
Massive Verzögerungen, hohe Mehrkosten - Landeschef Winfried Kretschmann hält dennoch an der Sanierung der Oper in Stuttgart fest. Der Steuerzahlerbund warnte vor einer "Oper21".
Ministerium: Interimsstandort wird nachhaltig genutzt
Die Ersatz-Oper soll 289 Millionen Euro kosten. Diese Kosten will das Ministerium über einen langen Zeitraum verteilen. Zudem soll das Interims-Gebäude an den Wagenhallen auch nach der Sanierung des Opernhauses weiter genutzt werden - etwa als Büro- und Gewerbefläche.