Einblick in Unternehmensstrategie

So schützt sich Maschinenbauer Trumpf unter anderem vor Zöllen

Noch vor wenigen Jahren waren Handel und Produktion global organisiert. In Zeiten von Zöllen und Zolldrohungen hat sich das geändert, auch beim Laserspezialist Trumpf in Ditzingen.

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Von Autor/in Jochen Braitinger

Große deutsche Konzerne oder Unternehmen operieren weltweit - und doch produzieren die meisten "local for local", also vor Ort. Das macht auch der schwäbische Maschinenbauer Trumpf aus Ditzingen (Kreis Ludwigsburg) so, der für Lasertechnik bekannt ist.

Produktionsstandorte in China für den chinesischen Markt

In China hat das Unternehmen viele Kunden in der Industrie und längst Fuß gefasst. Trumpf betreibt inzwischen sechs Standorte in dem Land. Sie bedienen den lokalen chinesischen Markt, versorgen die Industrie mit Werkzeugmaschinen, also etwa Hersteller von Maschinen oder Autos - ganz ähnlich wie in Deutschland.

In der Nähe von Shanghai produziert Trumpf zum Beispiel Stanzen und Laserschneider. Besonders viele Arbeitsplätze gibt es dort für Ingenieure.

Angefangen haben wir mit einer Person und heute sind wir knapp 1.000.

Trumpfs Wettbewerbsfähigkeit in China und international

Chinas Metropolen wachsen rasant, haben großen Bedarf an Baustoffen und Maschinen. Vor Ort herrscht ein hoher Wettbewerbsdruck bei den Unternehmen. Es gilt, keine Zeit zu verlieren und einer harten Konkurrenz standzuhalten - pausenlos. 

Gang Yang ist der Präsident von Trumpf in Taicang, China. Er sagt, das lokale Team habe sehr viel Kompetenzen aufgebaut, besonders in der Pandemiezeit. Trumpf müsse in China wettbewerbsfähig sein, damit das Unternehmen auch weltweit wettbewerbsfähig bleibe.

Strategische Entscheidungen fallen in Ditzingen

Die Entscheidungen, wie viele Standorte auf welchem Kontinent betrieben werden, was lokal und was global produziert wird, werden im Stammwerk von Trumpf getroffen - in Ditzingen bei Stuttgart. Till Küppers ist dafür mitverantwortlich.

Lokal für lokal zu produzieren, sei ein strategischer Vorteil, um wirtschaftlich unabhängiger zu sein, sagt Küppers. Damit wird es nach seinen Angaben möglich, einerseits auf sich wandelnde Kundenbedürfnisse flexibler zu reagieren, andererseits aber zum Beispiel auch auf geopolitische Veränderungen. 

Trumpf habe ein globales Netzwerk, so der Trumpf-Manager, und könne die Produktion von Laserschneidern, Biegemaschinen oder Stanzen auch kurzfristig weltweit verlegen - zum Beispiel auch bei Zollkonflikten.

Geopolitische Veränderungen können einen Einfluss haben, sind aber nie die Ursache für eine Entscheidung.

Doch der Ernstfall - dass aus den aktuellen Handelskonflikten ein akuter Handelskrieg zwischen den Kontinenten wird - ist bisher nicht eingetreten.

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