In Großerlach (Rems-Murr-Kreis) ist am vergangenen Freitag bei einer Routinekontrolle des Trinkwassers eine erhöhte Konzentration von Uran festgestellt worden. Seitdem sind die Werte deutlich gesunken, heißt es am Dienstagabend aus dem Rathaus. Trotzdem solle das Leitungswasser aktuell nicht zum Kochen verwendet oder getrunken werden. Abkochen könne den Urangehalt im Wasser nicht senken.
Grenzwert für Uran im Trinkwasser
Uran ist ein natürlicher Stoff, der in bestimmten Gesteinsschichten vorkommen kann. Darüber kann das Schwermetall auch ins Trinkwasser gelangen. Unbedenklich ist das aber nur bis zu einem bestimmten Grenzwert. Dieser wurde in Großerlach am Freitag noch zweimal überschritten, am Dienstag noch einmal.
Die Gemeinde im Rems-Murr-Kreis versorgt sich über eigene Wassergewinnungsanlagen aus mehreren Quellen und Tiefbrunnen. Durch die anhaltende und trockene Witterung sollen sich die Mischungsverhältnisse dieser unterschiedlichen Wassergewinnungen verändert haben, erklärte Bürgermeister Kevin Dispan (parteilos) auf SWR-Anfrage.
Maßnahme: Weniger Wasser aus einem Tiefbrunnen
Bei einem der Tiefbrunnen sei bekannt, dass das dort geförderte Grundwasser aufgrund der natürlichen geologischen Gegebenheiten hinsichtlich des Urangehalts sensibler sei als das Wasser aus den übrigen Gewinnungsanlagen. "Wir haben deshalb unmittelbar am Freitag die Fördermenge des Tiefbrunnens Scheiterhau auf derzeit 1 Liter pro Sekunde reduziert", so Dispan. Dadurch gelange weniger Wasser aus diesem Tiefbrunnen in die Gesamtmischung.
In Großerlach könne das Leitungswasser auch weiterhin zum Duschen, Händewaschen und Zähneputzen verwendet werden. Akute Gesundheitsgefahr bestehe keine. Am Donnerstag und kommenden Montag sollen weitere Proben entnommen werden.