"Ich freue mich wie ein Schulbub", erzählt Matthias Weigert, während er den Empfang im frisch sanierten Umweltzentrum in Plochingen vorbereitet. 1998 wurde das Gebäude zur Landesgartenschau gebaut. Vor gut drei Jahren hieß es dann, die Wärmeglasfassade müsse erneuert werden. Dann ließ Weigert ein Gedanke nicht los: eine integrierte Photovoltaikanlage.
Zunächst trifft er mit der Idee kaum auf offenen Ohren. Eine Isolierverglasung mit einer PV-Anlage scheint bisher unüblich. Locker lässt Matthias Weigert vom Trägerverein Umweltzentrum aber nicht. "Das ist vielleicht auch eine Eigenschaft von mir, so lange zu nerven, bis es doch geht."
Seltene Technik: Hersteller in Österreich gefunden
Der Mann, der sich der Idee annimmt, ist Peter Reiner, ein freier Architekt. Seine Herausforderung: einen Hersteller zu finden, der eine Glasfassade mit einer PV-Anlage kombiniert. In Deutschland wird er nicht fündig. "Wir haben dann in Österreich einen Hersteller gefunden, bei dem wir die Anordnung der PV-Module individuell je Scheibe bestimmen konnten."
Photovoltaik trifft Glasfassade: auch für Hausbesitzer Vorteile
Tagsüber kann die Glasfassade des Vereinsheims nun Solarstrom produzieren und in einer Batterie speichern, die dann auch abends das Haus versorgen kann. Die PV-Anlage in Plochingen ist etwas teurer als herkömmliche Photovoltaikanlagen - Ingenieur Bastian Zinßer sieht darin trotzdem auch eine spannende Idee für Hausbesitzer: "Sie kann zum Beispiel für Wintergärten interessant sein, in die im Sommer viel Sonne fällt." In diesem Fall entstünde ein doppelter Nutzen: Eine leichte Verschattung durch die kleinen Solarmodule und natürlich die Produktion von Solarstrom.
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Vereinsheim versorgt sich ab dem Frühjahr selbst
Auch Plochingens Bürgermeister Frank Buß ist beeindruckt: "Wenn man die Kurvendiagramme dieser Anlage sieht, zeigt sich, dass sich so ein Gebäude schon im Frühjahr eigenständig über die Solarzellen versorgen kann, das ist doch ganz hervorragend!" Matthias Weigerts Einsatz scheint sich also gelohnt zu haben.