Die Beschäftigten des Dönerfabrikanten Birtat in Murr (Kreis Ludwigsburg) sind am Mittwoch wieder zum ganztägigen Streik aufgerufen. Denn im Streit über die Gehälter bei Birtat ist unklar, wann es zu konkreten Gesprächen über einen geforderten Tarifvertrag kommen wird.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hatte als Termin diesen Donnerstag genannt. Das Unternehmen Birtat hat das am Dienstagabend im Gespräch mit der Deutschen Presseagentur zurückgewiesen. Es solle nur einen Austausch über die unterschiedlichen Standpunkte geben, keine Tarifverhandlungen.
Tarifvertrag bei Dönerhersteller gefordert
Seit Mai kam es bei Birtat immer wieder zu Warnstreiks, weil die Mitarbeitenden faireres Gehalt und einen Tarifvertrag fordern. Bisher seien die Löhne einzeln verhandelt worden, so eine Sprecherin der NGG, und hätten sich durch persönliche Beziehungen und Verhandlungsgeschick entschieden. Aus Sicht der NGG hat der Dönerfabrikant nach wie vor offenbar kein Interesse daran, einen Tarifvertrag abzuschließen.
Gehalt bislang Verhandlungsgeschick Dönerfabrik Birtat in Murr: Streiks für ersten Tarifvertrag
Birtat im Kreis Ludwigsburg ist eine der größten Dönerfabriken Deutschlands. Die Spieße werden europaweit verkauft. Die Gewerkschaft will dort einen Tarifvertrag durchsetzen.
Die Beschäftigen von Birtat klagen unter anderem über harte Arbeitsbedingungen. Sie müssten etwa bis zu 100 Kilogramm schwere Dönerspieße bewegen und niedrige Temperaturen an manchen Stationen aushalten. Für die Auslieferung werden die Spieße bei minus 35 Grad schockgefrostet. Deshalb fordern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Haustarifvertrag mit besserer und gleicher Bezahlung für alle.
In Murr produziert: Birtat verkauft Dönerspieße in ganz Europa
Birtat versorgt nach eigenen Angaben mehr als 13 Millionen Endkunden im Monat. Das Unternehmen im Kreis Ludwigsburg ist eine der größten Dönerfabriken Deutschlands. Die Spieße aus Kalb, Pute, Hack und Hähnchen werden europaweit verkauft. Der Inhaber von Birtat hatte außerdem 2023 für Schlagzeilen gesorgt, als er als einer der Ersten sagte, dass ein Döner bisher eigentlich zu günstig sei und zehn Euro kosten müsse.