Nach Invasion in der Ortenau

Invasive Ameisen-Art breitet sich weiter aus - jetzt auch in Schallstadt

Die schwarzen Insekten sind nun auch in Schallstadt angekommen. Anwohner berichten von Ameiseninvasionen in Küchen und Schlafzimmern. Ähnliche Vorfälle gab es in Kehl. Dort konnte die Ausbreitung größtenteils eingedämmt werden.

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Von Autor/in Leon Löffler

Die invasive Ameisenart Tapinoma magnum ist in Schallstadt (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) nachgewiesen worden. Mehrere Straßenzüge sind betroffen, wie die Gemeinde mitteilt. Sie setzt Giftköder ein, um die Ausbreitung der Ameisenart aus dem Mittelmeerraum zu stoppen. Bürgerinnen und Bürger sind dazu aufgerufen, bei der Bekämpfung der Tiere mitzuhelfen.

Anwohner berichten, dass die Ameisen bereits in Küchen oder Schlafzimmer eingedrungen seien. "Es ist eine richtige Invasion", sagt Birgit Klett, sie wohnt in dem betroffenen Gebiet in Schallstadt. Auch bei ihr waren die Krabbeltiere bereits im Schlafzimmer. Zuletzt hatte sich die Ameisenart in Kehl (Ortenau) explosionsartig vermehrt und dort sogar zu Internetausfällen geführt.

Kehl gilt als Ameisen-Hotspot

Seit rund einem Jahr wird Kehl von Ameisen geplagt. In zwei Stadtteilen seien sogenannte Superkolonien mit Nestern auf jeweils mehreren Hektar entstanden. Die schwarzen Insekten drangen bereits in Häuser ein, lösten Stromausfälle aus und zerstörten Fugen einer Gartenmauer. Auch ein Spielplatz wurde gesperrt, da Ameisen den Boden unterhöhlten.

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Stadt gegen Gifteinsatz, Ausbreitung größtenteils eingedämmt

Trotz der Schäden lehnt Kehl Gift zur Bekämpfung explizit ab. "Wir haben von anderen Kommunen die Rückmeldung bekommen, dass Gifteinsätze nichts bringen", sagte der städtische Umweltbeauftragte Gregor Koschate. Inzwischen hat die Stadt ein eigenes Gerät angeschafft, um die krabbelnden Tiere in ihren Nestern zu vernichten.

Zweimal die Woche kämen Mitarbeiter der Stadt im Viertel vorbei, um die Ameisennester mit heißem Wasser zu bekämpfen, beobachtet Wolfgang Lehmann. Er wohnt in der Nähe des gesperrten Spielplatzes und betont, dass auch die Nachbarschaft aktiv werden muss: "Wenn nur ich bekämpfe und der Nachbar nicht, dann werden wir das Problem nicht in den Griff bekommen." Anwohner berichten, dass die regelmäßigen Bekämpfungsmaßnahmen zumindest die Ausbreitung der Ameisen eingedämmt hätten.

Wir hatten schon länger keine Ameisen mehr im Haus.

Ein Mitarbeiter der Stadt Kehl hat Mitte September heißes Wasser in die Eingänge eines riesigen Ameisenbaus gespritzt.
Ein Mitarbeiter der Stadt Kehl hat Mitte September heißes Wasser in die Eingänge eines riesigen Ameisenbaus gespritzt.

Invasive Ameisenart bundesweit auf dem Vormarsch

Die aus dem Mittelmeerraum stammende Art ist nach früheren Angaben im Südwesten seit mehreren Jahren an verschiedenen Orten dokumentiert, darunter in Lörrach, Karlsruhe und Heidelberg. Betroffen sind zudem angrenzende Regionen in Rheinland-Pfalz, Hessen und Ostfrankreich. 

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