Überraschendes Comeback

Nach 25 Jahren wiedergewählt: Catherine Trautmann neue Bürgermeisterin von Straßburg

Es war ein enges Rennen in Straßburg: Am Ende setzte sich die 75-Jährige Catherine Trautmann durch und kehrt nach 25 Jahren ins Bürgermeisteramt der Grenzstadt zurück.

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Von Autor/in Paulina Flad

Die 75-jährige Sozialistin Catherine Trautmann ist am Sonntag zur neuen Bürgermeisterin Straßburgs gewählt worden. So kehrt sie nach 25 Jahren ins Bürgermeisteramt der Grenzstadt zurück. Bei der zweiten Runde der Kommunalwahlen, die in ganz Frankreich stattfanden, setzte sich Trautmann mit ihrer Liste unter anderem gegen die bisherige grüne Bürgermeisterin Jeanne Barseghian durch.

Bereits im ersten Wahlgang am 15. März hatte Catherine Trautmann die meisten Stimmen geholt. Allerdings lag sie nur knapp vor ihren beiden Konkurrenten, dem konservativen Republikaner Jean-Philippe Vetter und der Grünen-Politikerin Jeanne Barseghian.

Allianzen zwischen den Kandidaten machten zweiten Wahlgang spannend

Allianzen zwischen den verschiedenen Listen hatten den zweiten Wahlgang dann noch einmal spannend gemacht. Vor allem das Bündnis zwischen Jeanne Barseghian und dem Kandidaten Florian Kobryn von der linksradikalen Partei "La France Insoumise" (LFI). Er gewann 12 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang. Am Ende hat es aber trotzdem nicht gereicht für Jeanne Barseghian.

Comeback nach 25 Jahren ins Bürgermeisteramt

Catherine Trautmann entschied auch den zweiten Wahlgang für sich - mit 37 Prozent der Stimmen. Nach 25 Jahren schafft sie damit ein überraschendes Comeback. Denn: Trautmann war schon zwei Mal Bürgermeisterin von Straßburg - zuletzt von 2000 bis 2001. Und auch sonst hat die 75-Jährige einiges an politischer Erfahrung. Sie war bereits Europaabgeordnete und französische Kulturministerin.

Archivbild vom 01. Januar 2000: Catherine Trautmann neben dem damaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac.
Archivbild vom 01. Januar 2000: Catherine Trautmann, damals französische Kulturministerin, neben dem damaligen Präsidenten Frankreichs Jacques Chirac.

"Sie hat eine gute Reputation, sie ist eine überzeugte Europäerin und war auch verantwortlich dafür, dass das Europäische Parlament in dieser Form heute immer noch in Straßburg ist", sagt der Freiburger Politikwissenschaftler und Frankreichkenner Marcus Obrecht. Trautmann pflege zudem seit langem ein großes Netzwerk in Straßburg. All das habe mit zu ihrer erneuten Wahl beigetragen.

Viele Straßburger unzufrieden mit Verkehrspolitik von Barseghian

Auch die 75-Jährige war für den zweiten Wahlgang ein Bündnis eingegangen - mit dem Spitzenkandidaten der Mitte-rechts Partei "Horizons", Pierre Jakubowicz. Eine Entscheidung, für die Trautmann aus der eigenen Partei mächtig Gegenwind bekommen hatte.

Im Gegensatz zu ihrer Kontrahentin, der grünen Amtsinhaberin Jeanne Barseghian, habe Trautmann ein klareres und leichter verständliches Wahlprogramm gehabt, analysiert Marcus Obrecht. Viele Straßburger seien insbesondere wegen der radikalen Verkehrspolitik von Barseghian - pro Fahrrad, contra Autos - unzufrieden gewesen.

Wie haben die anderen beiden größten Städte des Elsass gewählt?

Auch in 43 anderen elsässischen Kommunen wurde gewählt. In Colmar wurde der amtierende Bürgermeister Eric Straumann in seinem Amt bestätigt. In Mulhouse erlitt die bisherige Bürgermeisterin Michèle Lutz eine deutliche Niederlage. Unter fünf Kandidatinnen und Kandidaten im zweiten Wahlgang landete sie nur auf Platz vier. Den Sieg holte sich überraschenderweise der parteilose Kandidat Frédéric Marquet.

Zum ersten Mal extrem rechte Bürgermeisterin im Elsass

Und: Zum ersten Mal hat eine Gemeinde im Elsass eine Bürgermeisterin der extrem rechten Partei "Rassemblement National" (RN) gewählt. In der 10.000-Einwohner-Gemeinde Wittelsheim bei Mulhouse entschied die RN-Kandidatin die Wahl mit nur 17 Stimmen Vorsprung für sich.

"Im Elsass hatten sie sich mehr erhofft", sagt Politikwissenschaftler Marcus Obrecht. Denn dort sind die Rechtsradikalen traditionell eigentlich stark. Aber: "Sie kommen in den großen Städten nicht weiter", so Obrecht. Dort hätten eher die linken Parteien und Bündnisse zugelegt. Dies sei auch im übrigen Frankreich zu beobachten. Allerdings sei der RN in den mittleren und kleinen Städten landesweit inzwischen relativ gut verankert.

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