Der bisherige Bürgermeister von Staufen im Breisgau (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald), Michael Benitz, übernimmt vorerst das Amt weiter, wie er am Freitag bekanntgegeben hat. "Weil ich davon überzeugt bin, dass es für Staufen in der jetzigen Situation die beste Lösung ist", sagt Michael Benitz. Eigentlich sollte am 5. Dezember 2025 der neu gewählte Bürgermeister, Benjamin Bröcker, das Amt übernehmen. "Das wäre auch meine favorisierte Lösung gewesen", erklärt der bisherige Bürgermeister Benitz, der nun wieder einspringt.
Ich hoffe natürlich, dass das nicht zu lange dauert.
Seit 24 Jahren ist Benitz Bürgermeister von Staufen. Er wisse, was gerade alles auf der Agenda stehe, sagt er. Wie zum Beispiel die Fertigstellung des FaustForums, der Neubau des Archivs und der Wiederaufbau des Technischen Rathauses. Die Stadt könne sich so eine Hängepartie schlicht und einfach nicht erlauben. "Da bin ich jetzt verantwortungsbewusst genug, zu sagen, ich mache das jetzt", sagt Benitz.
Bürgermeisterwahl in Staufen angefochten
So etwas habe er in Staufen noch nie erlebt, sagt Benitz: Die Bürgermeisterwahl ist angefochten worden. Ein Bürger hat Einspruch beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald erhoben und auch geklagt. Der eigentlich neu gewählte Bürgermeister, Benjamin Bröcker, kann deshalb nicht vereidigt werden. Bröcker möchte sich auch nicht vom Gemeinderat zum bestellten Bürgermeister wählen lassen.
Für die Stadt habe es nur zwei Möglichkeiten gegeben, erklärt Michael Benitz: Entweder, der bisherige Amtsinhaber führt die Geschäfte fort oder der Gemeinderat wählt eine Person zum sogenannten Amtsverwalter. Und so habe der Gemeinderat in der letzten Gemeinderatssitzung Benitz einstimmig gebeten, die Geschäfte fortzuführen. "Ich habe mir das durch den Kopf gehen lassen und entschieden, dass ich das mache."
Bürgermeisterwahl geht in Verlängerung Unverständnis nach Einspruch gegen Bürgermeisterwahl in Staufen
Die Bürgermeisterwahl in Staufen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) wird angefochten. Ein Bürger hat mehrfach Einspruch eingelegt. Benjamin Bröcker kann das Amt vorerst nicht antreten.
Bürgermeister Benitz freute sich auf Ruhestand
"Das ist belastend, dass wir überhaupt in dieser Situation sind. Das ist sehr bedauerlich, dass es so weit kommen musste", findet Michael Benitz. Er hatte sich auf seinen Ruhestand ab dem 5. Dezember sehr gefreut. Und sei froh, dass er noch keine Reisepläne oder ähnliches für die Zeit direkt nach seinem Ausscheiden gemacht hat.
Am 19. Dezember wollte er eigentlich seinen Abschied feiern. Das ist jetzt erstmal abgesagt. "Die Freude darauf war groß. Ich hätte jetzt auch gerne mehr Zeit mit meiner Partnerin verbracht, insofern ist das für mich jetzt sehr bedauerlich", sagt er. Michael Benitz hat sich vorerst dazu bereiterklärt, bis zum Abschluss des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens Bürgermeister zu bleiben.
Mein Ziel ist nach wie vor, so schnell wie möglich in den Ruhestand zu treten.
Der eigentlich neu gewählte Bürgermeister, Benjamin Bröcker, dürfte jedenfalls in den Startlöchern stehen. Auf Instagram schrieb er: "Ich bin und bleibe hochmotiviert und freue mich darauf, das Amt so schnell wie möglich zu übernehmen, sofern und sobald es rechtlich möglich ist."
Wie es jetzt weitergeht in Staufen
Wie lange Michael Benitz das Amt vorläufig übernimmt, sei ungewiss, sagt er. "Das ist jetzt zunächst mal auf unbestimmte Zeit." Das Verwaltungsgericht Freiburg muss noch über die Klage entscheiden. Ganz frisch hätten sie einen Brief reinbekommen - den Wahlprüfbescheid des Landratsamts, sagt Michael Benitz.
Darin steht laut Benitz: Von seitens der Rechtsaufsicht sei attestiert worden, dass bei der Wahl alles nach Recht und Ordnung gelaufen ist. Die Kommunalaufsicht habe den Einspruch gegen die Hauptwahl zurückgewiesen. Gegen diese Zurückweisung des ersten Einspruchs sei Klage erhoben vorm Verwaltungsgericht, erklärt Benitz.
Mittlerweile wüssten sie auch, wer Einspruch und Klage erhoben hat, so Benitz. Einen Namen möchte er aber nicht nennen.