Das Treffen zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem russischen Machthaber Wladimir Putin am Freitagabend im US-Bundesstaat Alaska war hoch umstritten. Auch Ukrainerinnen und Ukrainer in Südbaden verfolgten es - mit gemischten Gefühlen.
Oksana Vyhovska, Vorsitzende der deutsch-ukrainischen Gesellschaft Freiburg, und ihre ukrainischen Bekannten haben wenig vom Gipfel erwartet - und doch Redebedarf. "Das Treffen hat nichts gebracht. Ich verstehe nicht, wofür es da war. Das Ergebnis war wie erwartet: null", sagt Vyhovska. Bereits zuvor hatte sie Bedenken geäußert.
Putin auf dem roten Teppich fällt ihnen schwer zu sehen
Sie alle mussten ihre Heimat wegen des russischen Angriffskrieges verlassen - leben jetzt in und um Freiburg. Das medienwirksame Treffen zwischen den beiden Staatsoberhäuptern von Freitagabend können sie nicht ernst nehmen. Sie würden das nur fürs Publikum machen, denkt Vyhovska. Sie sieht darin keine ernsthaften Schritte zu einer Lösung.
Putin soll aufhören, die Ukraine zu bombardieren, dann ist der Krieg vorbei.
Es fällt ihnen schwer, Bilder zu sehen, in denen ein US-Präsident auf dem roten Teppich Putin empfängt, Hände schüttelt und ihn damit diplomatisch aufwertet. "Putin ist internationaler Kriegsverbrecher", sagt Svitlana Los.
Ukrainerinnen blicken mit Sorge auf die Entwicklungen
Auch während sich Putin und Trump treffen, fliegen weiter russische Raketen auf die Ukraine. Die vier Frauen blicken mit Sorge auf die aktuellen Entwicklungen, denn sie alle haben einen großen Wunsch: wieder in der Ukraine leben.
"Ich will mit meinem Mann, mit meinem Sohn, meiner Tochter in der Ukraine leben, in unserem Land", sagt Anna Fitkovska. Dafür - so die Botschaft der vier Ukrainerinnen nach dem Gipfeltreffen in Alaska - dürfe mit Putin nicht verhandelt werden, als wäre er ein Partner.
Es dürfe bei einem Treffen auch nicht über die Ukraine geredet werden, sondern mit der Ukraine, fordern sie. "Nur mit Hoffnung kannst du nicht gewinnen", sagt Vyhovska. Aber ohne Hoffnung könne sie auch nicht leben.