Vor dem Freiburger Landgericht muss sich seit Montagmorgen ein 31 Jahre alter Mann verantworten. Die Staatsanwaltschaft Freiburg wirft ihm unter anderem sexuellen Missbrauch und sexuelle Nötigung vor. Anfang August 2025 soll er ein damals sechsjähriges Mädchen aus dem zum Europa-Park gehörenden Erlebnisbad Rulantica in Rust (Ortenaukreis) gelockt und anschließend in einem Maisfeld missbraucht haben. Der Mann legte gleich zu Beginn des Prozesses ein Geständnis ab.
"Ich bereue sehr, was passiert ist und will mich bei den Eltern und dem Kind entschuldigen", ließ der 31-Jährige vor dem Landgericht in Freiburg über seinen Anwalt erklären. Auch sein Konsum von Alkohol und Kokain an dem Tag könne die Tat nicht entschuldigen. Zu Details und Fragen des Vorfalls will sich der Angeklagte aber erst zu einem späteren Zeitpunkt äußern.
Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Kammer einig über Strafrahmen
Bereits kurz nach Prozessbeginn am Montag hatte es eine erste Unterbrechung gegeben. Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Kammer verständigten sich in dieser Zeit auf einen Strafrahmen für den Mann. Wahrscheinlich sei nun eine Haftstrafe zwischen mindestens drei Jahren und neun Monaten sowie höchstens vier Jahren und neun Monaten Gefängnis, sagte der Vorsitzende Richter. Voraussetzung für diesen Strafrahmen war ein Geständnis des Angeklagten.
Die Nebenklage hatte zudem für den weiteren Prozess einen Ausschluss der Öffentlichkeit beantragt. Das Gericht entschied aber, die Öffentlichkeit nur bei Aussagen von bestimmten Zeuginnen und Zeugen auszuschließen. Dies galt auch für die Aussage der Eltern des Mädchens am Montag. Sie sagten anschließend hinter verschlossenen Türen aus, zum Schutz des Kindes.
Staatsanwaltschaft klagt 31-Jährigen an Nach mutmaßlichem Missbrauch von Sechsjähriger nahe Rulantica-Bad: Anklage erhoben
Er soll ein Mädchen aus der Wasserwelt des Europa-Parks in Rust gelockt und missbraucht haben. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 31-Jährigen erhoben.
Vorwurf: Sexueller Missbrauch des Kindes in Maisfeld
Laut Anklageschrift soll der Angeklagte, der sich derzeit in Untersuchungshaft befindet, während der Tat Rauschgift konsumiert haben. Beim Versuch, das Kind ebenfalls dazu zu bringen, Drogen zu nehmen, habe das Mädchen das Rauschgifttütchen jedoch fallen gelassen. Danach soll sich der 31-Jährige entkleidet haben. Dann habe er das Kind gestreichelt und geküsst. Das Mädchen soll sich geweigert haben, ihn ebenfalls zu berühren.
Lkw-Fahrer findet Kind nach Verschwinden aus Rulantica-Bad
Laut Staatsanwaltschaft soll der Beschuldigte das Mädchen anschließend in ein Gebüsch geworfen haben. Dort habe er das Mädchen zurückgelassen. Die Sechsjährige lief bis in die benachbarte Ortschaft Kappel-Grafenhausen. Dort hatte ein Lkw-Fahrer das Mädchen etwa zwei Stunden nach ihrem Verschwinden entdeckt und die Polizei benachrichtigt.
Neben dem Vorwurf der sexuellen Nötigung und des Missbrauchs wird dem Mann außerdem versuchte gefährliche und vorsätzliche Körperverletzung vorgeworfen. Zudem muss er sich wegen Entziehung Minderjähriger verantworten. Für den Prozess vor dem Landgericht Freiburg sind drei weitere Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll voraussichtlich Anfang März fallen.