Skigebiet im Nebenerwerb

Wie ein Geschwisterpaar vier Skilifte in Todtnauberg am Laufen hält

Matthias Schneider und seine Schwester Andrea Brender betreiben ein kleines Skigebiet in Todtnauberg. Beide haben außerdem Landwirtschaft und Feriengäste. Im Januar ist Hochsaison.

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Von Autor/in Sandra Helmeke

Zwei Geschwister, eine Leidenschaft: das Skifahren. Andrea Brender und Matthias Schneider betreiben beide Schwarzwaldhöfe mit Mutterkuhhaltung, Ferienwohnungen - und ihnen gehört ein Skigebiet mit vier Liften im Schwarzwald. Die Arbeit auf der Piste teilen sich die Geschwister aus Todtnauberg (Kreis Lörrach). Der SWR hat sie im Januar begleitet, die fünfteilige Serie lief in der Landesschau Baden-Württemberg.

Wenig Schlaf, dafür viele Flocken - dank Schneekanonen

Der Januar beginnt mit eisigen Nächten. Für Matthias Schneider ein Glücksfall: "Nachts sind die kältesten Phasen, da gibt’s den meisten und den geilsten Schnee", erklärt er und startet seine Schneekanonen am Stübenwasen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald). Alle vier Stunden muss er sie kontrollieren. Falls der Wind wechselt oder die Temperatur hoch geht. Durchschlafen? Fehlanzeige! "Schlafen kann man im Frühling wieder", lacht er. Zweite Geschäftsführerin des Skiliftbetriebs ist Andrea Brender, Matthias' Schwester. Sie sorgt für das Liftpersonal. Da der Liftbetrieb wetterabhängig ist, arbeitet Andrea mit flexiblen Minijobbern, Studenten und Rentnern. "Wir haben so eine Latte mit Namen", lacht sie, "die telefoniere ich durch." Im Video erklären sie, warum sie Kunstschnee nicht für Ressourcen-Verschwendung halten.

Nachts gibt's den geilsten Schnee.

Piste absichern - dienstältester Liftmitarbeiter seit fast 60 Jahren dabei

Bevor der Lift starten kann, stellt Matthias Schneider Fangnetze und Pistenrandstangen auf. Niemand soll ungebremst ins Lifthäuschen brettern oder außerhalb der Piste fahren. Denn da liegen Steine oder Weidezäune. Nur die ausgewiesene Piste ist sicher, erklärt Schneider. Seine Schwester Andrea Brender schließt das Kassenhäuschen auf und begrüßt das Liftpersonal. Darunter der dienstälteste Mitarbeiter Richard Sütterlin. Seit 1969 verkauft er Liftkarten oder hilft in den Bügel. "Die treue Seele", so nennt ihn Andrea Brender. Sütterlin wurde damals vom Vater der Geschwister eingestellt. "Da war die Andrea noch ein kleines Mädchen", erinnert sich der Liftmitarbeiter.

Geschwister direkt neben Familienlift groß geworden

Angefangen hat alles mit Vater Gusti Schneider. Als kleiner Bub musste Gusti auf Skiern zur Schule fahren. So sei seine große Liebe zum Skisport entstanden, erzählen die Geschwister. Um die Liftkarten zu sparen, habe Gusti sich dann 1962 einen eigenen Lift neben den Bauernhof, den Erlenhof, gebaut. Später pachtete und kaufte Vater Gusti nach und nach Flächen dazu, so ist das kleine Skigebiet mit vier Schleppliften entstanden. Die Geschwister Matthias und Andrea haben nicht nur das Skigebiet geerbt, sondern auch die Liebe zum Skifahren. Schließlich sind sie direkt neben dem Kapellenlift aufgewachsen. "Unsere Kindheit war sensationell", schwärmt Matthias.

Flexibel einspringen - das gilt für die ganze Familie

Mal läuft ein Lift, mal zwei, mal sogar alle vier - je nach Wetter- und Schneelage. Denn nicht alle Abfahrten sind beschneit - das wäre viel zu teuer. Dauerhaftes Personal kann man unter diesen Bedingungen auch nicht einstellen. Das bedeutet: früh aufstehen. Andrea Brender hat viele Jobs: Sie bereitet das Frühstück für die Feriengäste vor, ist beim Putzdienst am Kapellenlift und richtet zwischendurch die Gästebetten wieder her. Ihr Mann Reinhard Brender hilft Schwager Matthias Schneider währenddessen im Skigebiet. Alle Familienangehörigen auf dem Erlenhof und dem Sunmattehof müssen immer mal wieder flexibel einspringen, auch wenn es neugeborene Kälbchen gibt.

Mit Sessellift unabhängig vom Winter werden

Dieses Jahr läuft der Stübenwasenlift zuverlässig. Vor allem da, wo Matthias Schneider Anfang Januar beschneit hat, hält die Schneedecke gut. Aber was wird in Zukunft sein, wenn immer weniger Schnee fällt? Um unabhängig vom Winter zu werden, wollen die Geschwister den Schlepplift am Stübenwasen durch einen Sessellift ersetzen. Er liefe dann ganzjährig, oben lässt es sich bequem ins Feldberggebiet wandern. Um ihren Traum wahrzumachen, haben die Geschwister zehn Jahre lang gekämpft. Inzwischen gibt es einen Planfeststellungsbeschluss. Die Genehmigung enthält auch eine Mountaincartbahn.

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