Geschäftsführung und Betriebsrat von Würth Elektronik in Schopfheim (Kreis Lörrach) haben sich auf einen Interessensausgleich und einen Sozialplan geeinigt. Die rund 300 von der Schließung betroffenen Mitarbeiter sind gestern in einer Betriebsversammlung über die Einzelheiten informiert worden.
Wir freuen uns, dass wir damit für die betroffenen Mitarbeitenden eine sozialverträgliche Lösung gefunden haben.
Auch der Betriebsratsvorsitzende von Würth Elektronik, René Glatt, bezeichnet Betriebsvereinbarung als "gut". Es gibt demnach Abfindungen für alle Beschäftigten sowie eine auf zwölf Monate angelegte Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft. Noch bis zum 30. April wird in Schopfheim produziert. Die Abwicklung des Werks soll dann bis Ende September abgeschlossen sein.
IG Metall kritisiert Werksschließung in Schopfheim
Die Entscheidung zur Schließung hatte bei der Gewerkschaft IG Metall Lörrach scharfe Kritik hervorgerufen. Die Entlassungen sei laut der Gewerkschaft ein "Tiefschlag für die Region". Die Firma begründet die Einstellung der Leiterplattenproduktion in Schopfheim mit der schwersten Krise in der Geschichte der Branche in Europa. Ein weiterer Grund seien massive Personal- und Energiekosten. Leiterplatten sind Träger für elektronische Bauteile und in fast jedem elektronischen Gerät zu finden.
50 Würth-Mitarbeitende konnten vermittelt werden
Nach Unternehmensangaben haben sich nach Bekanntwerden der Schließung viele Firmen aus dem Dreiländereck, namentlich aus der Schweiz, mit Stellenangeboten gemeldet. Von den 300 Mitarbeitenden seien 50 erfolgreich vermittelt worden, ebenso wie fast alle Auszubildenden.
Würth Elektronik ist eine Tochter des Handelskonzerns Würth und hat nach eigenen Angaben insgesamt 1.000 Mitarbeitende. Zwei weitere Standorte sind in Rot am See im Kreis Schwäbisch Hall und in Niedernhall im Hohenlohekreis, wo sich der Hauptsitz befindet. Würth Elektronik zählt nach eigenen Angaben zu den größten Herstellern für Leiterplatten in Europa.