Bei Trochtelfingen auf der Schwäbischen Alb entsteht gerade eine kleine Artenschutz-Erfolgsgeschichte. Trotz Hitzesommer und monatelanger Trockenheit haben sich ausgerechnet Kreuzkröten - eine seltene, stark gefährdete Amphibienart - wieder erfolgreich angesiedelt und vermehrt.
Ein Asphalt-Becken auf der Schwäbischen Alb wird Kröten-Kita
Herzstück dieser Wiederansiedlung ist ein flaches Wasserbecken aus sogenanntem Trinkwasserasphalt. 2024 wurde es auf einem Grundstück des Bund Naturschutz Alb-Neckar e.V. als Lebensraum für die Kreuzkröte angelegt. Die Tiere nutzten es: Schon im ersten Jahr gab es Nachwuchs. In diesem Sommer sind gleich mehrere Hundert junge Kreuzkröten aus dem Becken ins Umland gehüpft. Laut Regierungspräsidium Tübingen wurde es dieses Jahres bewusst spät befüllt, damit es genau dann bereitsteht, wenn die Kreuzkröten ihre Laichplätze suchen.
Wegen des kalten Frühjahrs hatte die Wanderung der Kreuzkröten nämlich später begonnen als üblich. Zuerst tummelten sich Erdkröten sowie Berg- und Teichmolche im neuen Gewässer. Schon bald darauf nutzen drei bis vier Kreuzkrötenweibchen den künstlichen Tümpel, um ihren Laich dort abzulegen, so das Regierungspräsidium Tübingen.
Experten: Künstliches Gewässer dient Artenschutz
Für das Regierungspräsidium Tübingen ist das Projekt mehr als nur ein kleines Biotop: Die erneute, erfolgreiche Fortpflanzung gilt als wichtiges Signal für den Artenschutz auf der Schwäbischen Alb. Bei einem so kleinen Bestand der Kreuzkröte zählt jedes einzelne Jahr, in dem Nachwuchs groß wird. Dass sich neben den Kreuzkröten auch andere Amphibienarten dort wohlfühlen, zeigt den Fachleuten, dass das Becken ein funktionierender, ökologisch wertvoller Lebensraum ist.
Trockenheit gefährdet junge Kreuzkröten
Diesen Sommer erschwerte anhaltende Trockenheit den Jungtieren den Weg in umliegende Verstecke. Kleiner werdende Wasserflächen waren von immer mehr trockenen Flächen getrennt. Viele Jungkröten blieben deshalb am Ufer sitzen. Viele magerten ab oder vertrockneten. Helfer hätten deshalb Altholz und Steine als zusätzliche Verstecke ausgelegt. Offenbar mit Erfolg: Ende August hatten fast alle Tiere das Gewässer verlassen, so das RP.