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Bauen in Rekordzeit: Deshalb geht es bei diesem Wohnprojekt so schnell

In Gomaringen entsteht ein Generationencampus mit rund 30 Wohnungen. Er wurde in Rekordzeit geplant, finanziert und umgesetzt, obwohl dort viele mitreden.

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Von Autor/in Lisamarie Haas Baum

Bauen ist teuer und dauert lange. Dass es mal schnell und relativ reibungslos klappt, hört man selten. In Gomaringen (Kreis Tübingen) gibt es aber gerade so ein Bauprojekt: Dort entsteht ein Generationencampus mit etwa 30 Mietwohnungen, Gemeinschaftsräumen und einem Garten. Es hat nur rund ein Jahr lang gedauert, den Bauantrag zu stellen, die Genehmigung zu bekommen und mit den Bauarbeiten zu starten. Die konnten sogar zwei Wochen früher als geplant beginnen.

Alle Beteiligten haben Interesse am Erfolg

Einer der Architekten, Suleiman Mukarker aus Tübingen, kennt kein anderes Bauprojekt, dass so schnell den Bauantrag auf die Beine gestellt hat wie das in Gomaringen. Das Wohnprojekt wird von einer Gesellschaft, einer GmbH und Co. KG, umgesetzt. Die besteht vor allem aus Privatleuten, die investieren oder selbst einziehen wollen - oder beides. Viele von ihnen haben schon Geld in das Projekt gesteckt und sind ein großes Risiko eingegangen. Daher rührt ihr großes Interesse, dass es vorangeht. Insgesamt müssen rund 18 Millionen Euro finanziert werden, zehn Millionen davon sind Eigenkapital.

Bagger heben die Baugrube des Generationencampus in Gomaringen im Kreis Tübingen aus. Es hat nur ein Jahr gedauert, den Bauantrag zu stellen und die Genehmigung zu bekommen.
Der Bau des Generationencampus schreitet schnell voran. Die Bauarbeiten konnten sogar früher starten, als geplant.

Die Architekten und die leitende Gesellschafterin Stephanie Lotz sehen vor allem die klare Struktur der Gesellschaft als Erfolgsfaktor. Gesellschafter, Mieter und Förderer organisieren sich in Arbeitsgruppen, die zur Architektur, zum Gemeinschaftsleben oder den Garten planen. Stephanie Lotz arbeitet hauptberuflich als Geschäftsführerin für das Projekt, alle anderen machen es in ihrer Freizeit. Für den Erfolg des Projekts sei neben der Struktur auch die Haltung aller Beteiligten entscheidend, sagt sie.

Wir brauchen keine einzige Gesetzesänderung, um dieses Projekt zu realisieren. Wir brauchen einfach nur Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Bezahlbares Wohnen für alle Generationen in Gomaringen

Das Ziel des Generationencampus ist, bezahlbaren Wohnraum für Familien, junge, alleinstehende und auch ältere oder pflegebedürftige Menschen zu schaffen. Dass die Gesellschafter und zukünftigen Mieter selbst mitplanen und mitfinanzieren, stärke das Zusammenleben. "Wir sind nicht bloß Investoren. Wir sind spätere Mieter", sagt Ellen Noetzel aus dem Gesellschafterbeirat. Damit käme natürlich auch eine zwischenmenschliche Ebene mit hinein.

Wir sind uns sehr bewusst, dass mit Einzug da noch ganz andere zwischenmenschliche Themen kommen werden. Aber wir arbeiten jetzt schon daran und werden das auch noch weiter.

Vom Bebauungsplan bis Einzug: Das ist das zeitliche Ziel

Im Frühjahr 2024 hat sich eine Kerngruppe für die detaillierten Planungen zum ersten Mal getroffen. Die offizielle Gesellschaft wurde im Sommer 2024 gegründet. Gemeinsam mit der Gemeinde Gomaringen ist in sechs Monaten ein Bebauungsplan entstanden. Dessen Genehmigung lag im Sommer 2025 vor. Und Baubeginn: dieses Jahr im März. Im November 2027 sollen die ersten Mieterinnen und Mieter einziehen - und wie Stephanie Lotz hofft, das erste Mal Weihnachten im Generationencampus feiern.

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Lisamarie Haas Baum
Lisamarie Haas Baum ist Reporterin für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.

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