Reutlingen und Tübingen vor der Landtagswahl

Beschädigte Plakate: Parteien beklagen mehr Vorfälle im Wahlkampf

Vor der Landtagswahl werden auch in Tübingen und Reutlingen immer öfter Wahlplakate beschädigt. Die Polizei zählt zahlreiche Anzeigen, sieht die Lage insgesamt aber unter Kontrolle.

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Von Autor/in Necla Süre

Der Wahlkampf zur Landtagswahl am 8. März 2026 ist im vollen Gange und mit ihm hängen wieder überall Wahlplakate. An Laternen, Litfaßsäulen oder Brücken werben Kandidierende mit Fotos und Slogans um Stimmen. Doch nicht alle Plakate bleiben lange hängen und heil. Immer wieder werden sie abgerissen, beschmiert oder gleich ganz mitgenommen. Die Polizei registriert derzeit zahlreiche solcher Fälle, betont aber, die Lage sei insgesamt unter Kontrolle.

In den Landkreisen Reutlingen und Tübingen ist laut Polizeipräsidium Reutlingen in diesem Jahr bereits eine mittlere zweistellige Zahl von Plakaten beschädigt worden. Betroffen seien nahezu alle Parteien, darunter CDU, AfD, SPD, FDP und Grüne. Einen direkten Vergleich zu früheren Wahlkämpfen gebe es nicht, da viele Fälle erst später statistisch erfasst würden.

Ein abgerissenes Wahlplakat der Partei FDP liegt am Straßenrand.
Immer wieder am Straßenrand zu sehen: Abgerissene Wahlplakate. Hier hat es die FDP getroffen. Assenheimer, Stefanie

Beschädigte Wahlplakate: Sammelstelle "Landtagswahl" für Straftaten

Auch landesweit kommen einige Anzeigen wegen Sachbeschädigung zusammen: Nach Angaben des Landesinnenministeriums wurden seit Anfang Dezember Straftaten im "hohen zweistelligen Bereich" rund um die Landtagswahl registriert. Das Ministerium bündelt sie bei einer im Dezember eingerichteten Informationssammelstelle. Dort werden die Straftaten bewertet und an die regionalen Polizeipräsidien übermittelt.

Meist gehe es um beschädigte oder gestohlene Plakate. Gewalttaten waren zunächst nicht bekannt. Die meisten angezeigten Fälle beträfen die AfD, gefolgt von CDU und Grüne.

In Tübingen kam es am Sonntagabend allerdings zu einem Angriff: Zwei ehrenamtliche Wahlhelfer der AfD wurden beim Aufhängen von Wahlplakaten von einer Gruppe attackiert und mit Pfefferspray besprüht. Die Männer wurden leicht verletzt, die Polizei ermittelt.

Tübingen

Kriminalpolizei ermittelt und sucht Zeugen Ehrenamtliche Helfer beim Aufhängen von Wahlplakaten angegriffen

Eine Gruppe von acht Leuten ist in der Nacht auf Sonntag gewaltsam auf zwei Männer zugegangen, die für die AfD Wahlplakate befestigen wollten. Das hat die Polizei mitgeteilt.

Trotz Zwischenfällen insgesamt ruhiger Wahlkampf

Trotz der Vorfälle verläuft der Wahlkampf insgesamt ruhig. Laut Landesinnenministerium sind 58 Versammlungen und rund 750 Wahlkampfveranstaltungen mit etwa 32.000 Menschen bislang weitgehend störungsfrei geblieben. Konkrete Gefahren für Kandidierende sehen die Behörden derzeit nicht.

Vor Ort wird die Stimmung dennoch teilweise als angespannt wahrgenommen. Politiker sprechen von einer Zunahme der Vorfälle. Im Januar ist es etwa bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir in Metzingen zu einem Zwischenfall gekommen. Dabei ist ein brennender Gegenstand entdeckt worden. Die Ermittlungen laufen.

Auch die Linke berichtet von Problemen im ganzen Bundesland. Zahlreiche Fälle habe sie zur Anzeige gebracht. In Bad Cannstatt sei ein Parteibüro mit Eiern beworfen worden, außerdem ist von Beleidigungen und Bedrohungen die Rede.

Metzingen

Brennender Docht in einem Holzbalken Zwischenfall beim Wahlkampf mit Cem Özdemir in Metzingen

Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir war am Freitagabend in der Festkelter Metzingen zu Gast. Dabei ist ein brennender Gegenstand entdeckt worden. Laut LKA bestand keine Gefahr.

Reutlinger CDU-Direktkandidat mahnt zum gegenseitigen Respekt

Der Reutlinger CDU-Kreistagsabgeordnete und Direktkandidat Max Menton wandte sich mit einem öffentlichen Appell an die Bürgerinnen und Bürger. Man solle Haltung zeigen und sich klar zu Respekt, Fairness und demokratischen Anstand bekennen.

Jetzt ist der Moment, in dem wir zeigen müssen, dass unsere Gesellschaft stärker ist als Hass, Spaltung und Zerstörung.

Klar ist: Wer Wahlplakate beschädigt oder klaut, begeht kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat.

Tauberbischofsheim

Kommunale Vorgabe sorgt für "logistischen Aufwand" Zu groß fürs Stadtbild: CDU muss Wahlplakate in Tauberbischofsheim abhängen

Die Stadt Tauberbischofsheim hat die Plakate der CDU beanstandet: Die Partei musste sie kurzfristig wieder abhängen. Sie waren einfach zu groß geraten.

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Plakate wurden wieder abgehängt Wahlkampf oder No-Go? In Ehingen wurde der Narrenbaum mit Plakaten von Manuel Hagel "geschmückt"

In Ehingen sind am Narrenbaum auf dem Marktplatz Wahlplakate von Manuel Hagel, dem CDU-Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten, aufgehängt worden. Nicht alle fanden das lustig.

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Necla Süre
Necla Süre vom SWR Studio Tübingen. Sie arbeitet als multimediale Reporterin.

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