Die Konstellation rund um den AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt ist laut Tübingens parteilosem Oberbürgermeister Boris Palmer ein "Glücksfall". Das sagte der Ex-Grüne in einem Podcast des ehemaligen Tagesschau-Sprechers Constantin Schreiber. Wie kommt er darauf? Weil die AfD die absolute Mehrheit knapp verpasst hat: Eine AfD-Alleinregierung, die sofort durchregieren könnte, da hätte auch Palmer große Sorgen.
Jetzt habe man aber die Chance, auszuprobieren, was bei einem AfD-Ministerpräsidenten passieren würde, so Palmer. Falls Ulrich Siegmund tatsächlich gewählt werden sollte und seine Partei eine Minderheitsregierung bilden würde, dann müsste sich die AfD "anstrengen", Mehrheiten zu organisieren, so Palmer. Etwa durch eine punktuelle Zusammenarbeit in Sachthemen mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht.
Für Palmer ist es ein Glücksfall, dass man mit dem BSW eine Partei habe, die "sicher nicht faschistisch" sei, aber auch nicht an der Brandmauer zur AfD festhalte. Vielleicht könne man dann schon bald in Sachsen-Anhalt sehen, dass die AfD auch nicht besser regiere als alle anderen, so Palmer.