Rund 6.000 Stellen betroffen

Stellenabbau bei Bosch: Reaktionen aus der Region Stuttgart

Der Automobilzulieferer Bosch streicht weitere rund 13.000 Stellen. Davon mehr als die Hälfte in der Region Stuttgart. Die betroffenen Städte und Gemeinden reagieren bestürzt.

Teilen

Stand

Von Autor/in Maxim Flößer

Weitere 13.000 Stellen in Deutschland will der kriselnde Automobilzulieferer Bosch aus Gerlingen (Kreis Ludwigsburg) in den nächsten Jahren abbauen. Rund die Hälfte betreffen die Standorte in der Region. In einer SWR-Umfrage in Stuttgart-Feuerbach ist die Bestürzung spürbar. "Das ist schon heftig. Man weiß nicht, wie es mit Bosch weitergeht", erzählt eine Passantin. Eine andere ergänzt: "Das ist immer das einfachste, Menschen zu entlassen."

Auch die betroffenen Kommunen reagieren erschüttert. Sie hoffen auf Lösungen für die Beschäftigten.

Stadt Stuttgart hofft auf Reduktion des Stellenabbaus

In Stuttgart-Feuerbach streicht Bosch 3.500 Stellen in den Bereichen Entwicklung, Vertrieb, Verwaltung und Produktion von Antriebskomponenten. Von allen Standorten werden hier die meisten Stellen abgebaut. Dass ein weiterer Stellenabbau kommt, sei für die Stadt Stuttgart erwartbar gewesen, erzählt Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann (CDU) im SWR-Interview. "Dass er allerdings in dieser Dimension kommt, hat uns schon sehr überrascht."

Die Stadt hoffe, dass der Stellenabbau in der Größenordnung vielleicht noch etwas reduziert werde und dass der angepeilte Zeitraum gestreckt werden könne. Welche Auswirkungen der Stellenabbau auf die Stadt haben könnte, könne Fuhrmann noch nicht absehen. "Das hängt natürlich auch davon ab, ob Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit ihren Familien die Stadt verlassen, wegziehen und sich woanders einen Arbeitsplatz suchen."

Baden-Württemberg

Stellenabbau bis Ende 2030 Autozulieferer Bosch streicht weitere rund 13.000 Jobs in Deutschland - Standorte in BW betroffen

Der Autozulieferer Bosch will noch mehr Stellen streichen als bislang bekannt. An deutschen Standorten sind weitere rund 13.000 Jobs betroffen - vor allem in Baden-Württemberg.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Bürgermeister Schwieberdingen: Stellenabbau bei Bosch nicht überraschend

In Schwieberdingen (Kreis Ludwigsburg) sollen in den kommenden fünf Jahren 1.750 Stellen abgebaut werden. Im SWR-Interview berichtet Bürgermeister Stefan Benker (parteilos), dass die Stadt im Vorfeld bereits von Bosch unterrichtet wurde.

Dass es zu einem Stellenabbau kommt, sei auch für ihn nicht überraschend gewesen. Wer aufmerksam die Medienberichte und die wirtschaftliche Entwicklung der Region verfolge, der wisse natürlich, dass die Automobilintdustrie und auch die Zulieferer mit einer verschärften Situation kämpfen. "Aber die Höhe des Abbaus war für mich in der Tat ein wenig überraschend", berichtet Stefan Benker.

Der Bürgermeister der Gemeinde, in der Bosch einen Entwicklungsstandort hat, hofft nun, dass Unternehmen und Betriebsrat gute Lösungen finden. "Lösungen, die den Einzelschicksalen gerecht werden", so Benker.

Stadt Waiblingen will Bosch-Mitarbeitende vermitteln

Ähnlich sieht das auch Sebastian Wolf, Oberbürgermeister von Waiblingen (Rems-Murr-Kreis). Dort hat Bosch mehrere Einrichtungen. Hier soll das Werk zur Produktion von Verbindungstechnik bis 2028 stillgelegt werden. 560 Stellen sind davon betroffen.

Im SWR-Interview berichtet Wolf, dass die Stadt alles Mögliche dafür tun will, dass die Mitarbeitenden von Bosch in anderen Unternehmen Platz finden können. "Wir versuchen über die Wirtschaftsförderung Kontakte herzustellen und Möglichkeiten schaffen, dass Mitarbeiter woanders unterkommen können", so Wolf.

Widerstand gegen den Stellenabbau: In Waiblingen haben am Freitag Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegen die Pläne von Bosch protestiert.
Widerstand gegen den Stellenabbau: In Waiblingen haben am Freitag Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegen die Pläne von Bosch protestiert.

Bosch größter Arbeitgeber in Waiblingen

Dennoch sei es ein herber Einschnitt für die Stadt. Bosch ist der größte Arbeitgeber in Waiblingen. Die Schließung des Teil-Standorts "werden wir spüren", stellt der Oberbürgermeister klar. Und dass, obwohl Waiblingen eine relativ wirtschaftsstarke Stadt sei, so Wolf weiter. Doch zunächst seien die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Fokus, deren Werk geschlossen wird. Für diese sei die Lage natürlich am dramatischsten.

Nicht vom Stellenabbau betroffen, ist dieses Mal der Standort in Renningen (Kreis Böblingen). Im Juli waren aber auch dort Sparmaßnahmen bekannt gegeben worden. Dennoch sei die Sorge unter den Mitarbeitenden groß, sagt Renningens Bürgermeisterin Melanie Hettmer (parteilos): "Es bedeutet eine große Unsicherheit für unsere Stadt. Die Menschen haben teilweise Existenzängste."

Baden-Württemberg

Stellenabbau bis Ende 2030 Autozulieferer Bosch streicht weitere rund 13.000 Jobs in Deutschland - Standorte in BW betroffen

Der Autozulieferer Bosch will noch mehr Stellen streichen als bislang bekannt. An deutschen Standorten sind weitere rund 13.000 Jobs betroffen - vor allem in Baden-Württemberg.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Bühl

Mehr als 1.500 Jobs in Bühl bald weg Stellenabbau bei Bosch: "Mit Gewitterwolken gerechnet, aber nicht mit einem Orkan"

Der Standort Bühl/Bühlertal ist massiv vom Stellenabbau beim Autozulieferer Bosch betroffen. Etwa jeder zweite Arbeitsplatz könnte wegfallen. Betriebsrat und OB zeigen sich schockiert, Mitarbeiter sind verunsichert.

Stuttgart

2,5 Milliarden Euro sollen eingespart werden Neue Sparrunde bei Bosch: Was bedeutet das für die Beschäftigten?

Beim Stuttgarter Elektro-Riese Bosch könnte die nächste Sparrunde ins Haus stehen. Laut einem Zeitungsbericht sollen Kosten gedrückt werden.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Maxim Flößer
Maxim Flößer ist Redakteur im SWR Studio Stuttgart

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!