Insgesamt 13.000 Stellen will Bosch Automotive abbauen. Davon betroffen ist auch der Standort Feuerbach - allein hier sollen 3.500 Stellen gestrichen werden. Doch die Beschäftigten wollen um ihre Arbeitsplätze kämpfen, seit Mittwochfrüh demonstrieren Mitglieder von IG Metall und Beschäftigte zusammen mit den Betriebsräten anderer Stuttgarter Automobilunternehmen vor dem Werkstor in Feuerbach gegen die Pläne. Der Protest soll bis Donnerstagabend gehen und mit einer symbolischen Beerdigung der Arbeitsplätze und der Unternehmenswerte enden.
Betriebsrat: "Das Unternehmen ist unsere Familie"
Bei den Protesten dabei ist auch der Vertrauensmann bei Bosch, Andreas Kölpin. "12.000 Beschäftige gibt es am Standort Feuerbach", sagt er. "Das sind 12.000 Familien, die Angst haben um ihr Schicksal." Man erwarte für den Standort Feuerbach und für die Kolleginnen und Kollegen in ganz Deutschland, dass das Management von Bosch handle und mit den Beschäftigten zusammen Lösungen suche. "Dass sie Ideen bringen und nicht, dass sie uns rauswerfen wollen. Es ist einfach genug, mit Ängsten von Menschen zu spielen. Deswegen stehen wir hier", so Kölpin Täglich habe er mit Mitarbeitenden zu tun, die heulend zusammenbrechen, die Panik kriegen, die nicht wissen, wie es für sie weitergeht.
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Dem Protest haben sich neben den Mitgliedern von IG Metall auch die Betriebsräte der Firmen Mahle, Porsche, Koenig & Bauer sowie der Stuttgarter Niederlassung von Siemens angeschlossen. Am Mittwochabend kamen außerdem Vertreter aus Stadt- und Landespolitik zu den Werkstoren, informierten sich und sprachen mit den Beschäftigten, darunter auch der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne).
Bosch: Verständnis für die Sorgen der Mitarbeitenden
Auf SWR-Anfrage heißt es zu den Protesten von Bosch: "Wir haben Verständnis für die Sorgen unserer Mitarbeitenden." Angesichts des seit längerem sehr belasteten wirtschaftlichen Umfelds sowie weiterer Herausforderungen wie rückläufigen Stückzahlen, die Verzögerung beim Hochlauf der Elektromobilität in Europa sowie eines deutlich gestiegenen Preis- und Wettbewerbsdrucks "haben wir jedoch einen hohen Handlungsbedarf und können einen Stellenabbau leider nicht vermeiden."
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Es gelte, eine weltweite jährliche Kostenlücke von rund 2,5 Milliarden Euro in der Mobility-Sparte zu schließen. "Sowohl in Verwaltung und Vertrieb als auch Entwicklung und Produktion gibt es deutliche Überkapazitäten durch die stark rückläufige Nachfrage. Insbesondere in Europa und Deutschland ist das bisherige hohe Beschäftigungsniveau für Bosch aufgrund der dort vergleichsweise starken Präsenz nicht zu halten."
Mehr als 800 weitere Stellen sollen bei Bosch wegfallen?
Mitarbeitende berichteten am Donnerstagnachmittag dann von weiteren Stellenstreichungen. Demnach sollten rund 800 weitere Arbeitsplätze in der IT wegfallen. Bosch dementierte dies am Abend. Der geplante Stellenabbau des Bereichs sei in dem bereits Ende September kommunizierten geplanten Abbaubedarf von etwa 13.000 Stellen enthalten.
Symbolische Beerdigung der Unternehmenswerte und der Arbeitsplätze
Am Donnerstagabend endeten die Proteste vor dem Boschwerk mit einer symbolischen Beerdigung der Arbeitsplätze und der Unternehmenswerte vor dem Werk in Feuerbach. Neben Grabreden wurden Kreuze an der Straße aufgestellt, die auf die Situation der Boschmitarbeitenden aufmerksam machen sollen.