Schwarze Katzen, Leitern, Pech

Freitag, der 13.: Warum uns der Aberglaube bis heute begleitet

Ein Datum, das für viele mit Unbehagen verbunden ist: Freitag, der 13. Während manche gelassen bleiben, werden andere vorsichtiger. Doch woher kommt der hartnäckige Aberglaube?

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Von Autor/in Sabrina Kır

Wenn ein Datum Aufmerksamkeit erregt, dann dieses: Freitag, der 13. taucht mindestens einmal im Jahr im Kalender auf - 2026 sogar gleich dreimal. Im Februar ist es wieder so weit und der nächste folgt schon im März.

Auf der Straße erzählen Menschen von schwarzen Katzen, Leitern oder kleinen Glücksbringern. "Unter der Leiter gehe ich nie durch", sagt eine Passantin, mehr aus Gewohnheit als Überzeugung. Ganz ausschließen wollen viele das Pech nämlich nicht. "Ich glaube nicht, dass schwarze Katzen Pech bringen", sagt ein Passant, "aber unter der Leiter laufe ich auch nicht."

Warum Freitag, der 13. als Unglückstag gilt

Warum ausgerechnet dieser Tag so einen schlechten Ruf hat, erklärt die empirische Kulturwissenschaftlerin Karin Bürkert von der Universität Tübingen. Der Freitag ist in der christlichen Überlieferung negativ besetzt, unter anderem wegen der Kreuzigung Jesu. Auch die Zahl "13" taucht in religiösen und mythologischen Erzählungen auf, etwa mit Judas als 13. Person beim Abendmahl oder in der nordischen Sage um Loki. Historisch eindeutig belegen lassen sich diese Bedeutungen allerdings nicht. Viele davon sind Erzählungen, die sich über lange Zeit gehalten haben.

Wie Aberglaube entsteht und sich verändert

Aberglaube entsteht laut Bürkert dort, wo Menschen versuchen, Unsicherheit und Angst einzuordnen. Sinn zu produzieren helfe dabei, mit Ungewissheit umzugehen. Während viele Rituale religiöse Wurzeln haben, sind andere deutlich jünger und kommen eher aus dem Alltag oder aus der Popkultur. Zum Beispiel der Glaube, beim Anstoßen unbedingt in die Augen schauen zu müssen. Schriftlich belegt ist der Aberglaube um Freitag, den 13. erst seit dem 19. Jahrhundert, vor allem in Frankreich.

Doppeltes Glück - statt einfach nur Pech

Für manche lässt sich Freitag, der 13. aber auch ganz anders lesen: Die Reutlinger Schamanin Erika "Shana" Zöllner verbindet die Zahl "13" nicht mit Unglück, sondern mit Neubeginn und Umbruch. Für sie steht die 13 für etwas, das über das Gewohnte hinausgeht und den Anfang von etwas Neuem markieren kann. Auch der Freitag selbst hat für sie eine positive Bedeutung. Er gilt als Tag der Freya oder der Venus, als Tag der großen Göttin. Doppelte Göttin, doppeltes Glück, sagt Zöllner. Dass daraus ein Unglückstag geworden ist, sei eher eine Frage der Perspektive.

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Sabrina Kır
Portraitaufnahme von Sabrina Kir bei SWR Aktuell im Studio Tübingen.

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