Am Landgericht Hechingen hat am Dienstag der Prozess gegen fünf Männer begonnen, die an der Entführung, Erpressung und Misshandlung eines damals 16-Jährigen beteiligt gewesen sein sollen. Der jüngste der Männer ist 17, der älteste über 40 Jahre alt. Sie kommen unter anderem aus Mössingen und Bodelshausen (Kreis Tübingen).
Das 16-jährige Opfer soll über vier Tage hinweg an unterschiedlichen Orten festgehalten, geschlagen, wiederholt bedroht und erpresst worden sein. Dabei ging es offenbar um Schulden aus Drogengeschäften. Einer der Haupttäter wollte diese wohl beim Opfer eintreiben.
Fall ist Herausforderung für das Landgericht Hechingen
Im Februar hatte das Landgericht Hechingen bereits mehrere junge Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der am Dienstag im Landgericht Hechingen begonnene Prozess dreht sich um denselben Fall, ist aber vom damaligen Prozess abgetrennt. Die vielen Angeklagten, Verteidiger und Justizbeamte hätten sonst die Kapazitäten des Landgerichts gesprengt.
Konfuse Aussagen des ältesten Angeklagten
Der älteste Angeklagte hat zu Beginn des Prozessauftakts Fragen des Richters und der Staatsanwältin beantwortet. Allerdings widersprachen sich seine Aussagen kurz nacheinander gegenseitig. Der Mann wirkte konfus und sagte mehrmals, seine Erinnerung sei schlecht. Bei ihm soll das Opfer seine erste Nacht der Entführung verbracht haben. Wen er von den weiteren Angeklagten kennt und woher, konnte er nicht eindeutig beantworten. Der über 40-Jährige befindet sich bereits in Untersuchungshaft.
Viele Emotionen im vorangegangenen Prozess
Die anderen angeklagten jungen Männer zwischen 17 und 19 Jahren zeigten zu Beginn des Prozessauftakts wenig Regung. Im vorangegangenen Prozess zu dem Entführungsfall sah das anders aus: während der Urteilsverkündung hatten die Angeklagten gegrinst und mit Mimik und Gestik miteinander kommuniziert. Außerdem soll damals ein Familienangehöriger einen Stuhl auf den Boden geschmettert haben.
Ein Urteil in dem am Dienstag begonnen Prozess wird Ende April erwartet.