In der Region Neckar-Alb ist die Getreideernte zum Großteil eingefahren. Jetzt ziehen die Landwirte eine erste Bilanz. Gebhard Aierstock vom Kreisbauernverband Reutlingen sagte dem SWR: "Die Erträge sind doch recht gut, aber es gibt auch Einbußen." Etwa ein Drittel der Braugerste sei nur noch als Futtergetreide zu verkaufen, der Dinkel mache Probleme, und auch beim Weizen gab es in diesem Jahr einige Ausfälle. Insgesamt sei die Ernte aber etwa zehn Prozent besser als im Vorjahr.
Regen verstärkte Pilzbefall
Weil es so viel geregnet hat, befürchteten viele Landwirte einen starken Pilzbefall. Nach den ersten Einschätzungen der Mühlen sollte das allerdings kein großes Problem sein. Laut Wilhelm Lohrmann von der Klostermühle Heiligenzimmern (Zollernalbkreis) sitzt der Pilz außen an der Schale, der sogenannten Spelze, und wenn man das Getreide rechtzeitig einhole, habe das keine Auswirkung auf das Korn.
Aus manchem Korn wird Tierfutter
Je nach Region und Sorte gibt es Unterschiede bei der Qualität des Getreides. Auch den regenfesten Sorten hat der Dauerregen zu schaffen gemacht. Denn wenn sich das Getreide in einem kritischen Reifestadium befindet, beginnt das Korn zu keimen. Das ist schlecht für die Back-Qualität des Getreides. Getreide, dass sich aufgrund mangelnder Qualität nicht mehr zum Brot backen eignet, kann trotzdem weiterverarbeitet werden. Je nach Qualität wird daraus Tierfutter hergestellt oder Energie gewonnen.
Preise derzeit eher niedrig
Zusätzlich zu den teils widrigen Bedingungen, schlägt die schwierige Marktlage insgesamt den Landwirten auf den Magen. Denn angesichts der guten europäischen Ernte ist der Preis für Brotgetreide derzeit eher niedrig. Wenn es um Futtergetreide geht, sind die Preise sogar nochmal niedriger. "Bei den Preisen ist damit natürlich kaum Geld zu verdienen", weiß Gebhard Aierstock vom Kreisbauernverband Reutlingen. Da bringen manche Kollegen ihr Getreide sogar eher in die Biogas-Anlage.