250 Stellen sollen wegfallen

Steuererhöhungen und Stellenabbau: So will Reutlingen gegen Schulden vorgehen

Mit Sparplan und Steueranpassungen will die Stadt Reutlingen ihre Finanzen stabilisieren. Gleichzeitig will sie investieren - vor allem in die Sanierung von Schulen und Rathaus.

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Von Autor/in Lisamarie Haas Baum

Die Stadt Reutlingen steht vor großen finanziellen Herausforderungen. Am Dienstagabend hat die Verwaltung dem Gemeinderat einen Haushaltsplanentwurf für die kommenden beiden Jahre vorgelegt.

Neue Schulden und Sparplan für die kommenden Jahre

Insgesamt rechnet die Stadt in den kommenden fünf Jahren mit etwa 102 Millionen Euro neuen Schulden. Um die finanzielle Lage zu stabilisieren, hat die Stadtverwaltung geprüft, wo sie den Rotstift ansetzen kann. Ziel sei es, in den nächsten fünf Jahren 200 Millionen Euro einzusparen.

"Wo Schatten ist, da brennt auch Licht", sagte Oberbürgermeister Thomas Keck (SPD) in der Gemeinderatssitzung über die Pläne der Verwaltung für den Doppelhaushalt. Der Haushaltsplanentwurf habe ihm und seinen Bürgermeisterkollegen zwar keine schlaflosen, aber doch "schlecht schlafende" Nächte bereitet. Die Stadt stehe vor explodierenden Sozialausgaben, Personalkosten und einer hohen Kreisumlage.

Zehn Prozent der Stellen sollen wegfallen

Einsparen will die Stadt vor allem unter dem eigenen Dach: Rund 250 städtische Stellen sollen in den kommenden fünf Jahren abgebaut werden – beispielsweise indem jemand den Job wechselt oder in Rente geht.  

Außerdem sieht sich die Verwaltung gezwungen, Steuern zu erhöhen. Die Hunde-, die Zweitwohnungs- und die Vergnügungssteuer sollen angehoben werden. Die Grund- und Gewerbesteuer wolle die Stadt allerdings nicht weiter erhöhen, keine Grundsteuer C einführen und auch keine Verpackungssteuer. Allerdings plant Reutlingen wie beispielsweise Tübingen auch eine Übernachtungssteuer einzuführen.

Auch für die Vereine in Reutlingen gibt es Änderungen. Zwar soll es weiterhin Zuschüsse für Vereine sowie die Musikschule und die Volkshochschule geben, doch die Stadt plant, beispielsweise die Pflege von Sportplätzen schrittweise an die Vereine zu übertragen.

Investitionen in die Sanierung von Rathaus und Schulen

Gleichzeitig will die Stadt investieren: Die größte Investition in den kommenden Jahren wird die Sanierung des Reutlinger Rathauses sein. Dafür sind 77 Millionen Euro eingeplant. Aber auch die Schulen sollen für 37 Millionen Euro saniert werden.

Der Gemeinderat wird voraussichtlich im März über den Haushaltsentwurf abstimmen. Am 14. Januar will die Stadt den Reutlingern den Haushalt bei einer Bürgerversammlung erklären.

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Lisamarie Haas Baum
Lisamarie Haas Baum ist Reporterin für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.

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